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Foto: APA/HERBERT NEUBAUER / Video: apa

Familie Komani ist wieder zurück in Österreich

21.10.2010, 17:03
Die vor zwei Wochen abgeschobene kosovarische Familie Komani aus Steyr ist am Donnerstag nach Österreich zurückgekehrt. Der Vater und die Zwillingsmädchen sind laut Angaben ihrer Betreuer mit einem AUA-Linienflug um 14.20 Uhr in Pristina abgeflogen. Die Landung in Wien-Schwechat erfolgte um 16.22 Uhr.

Die Obfrau des Vereins "Purple Sheep" und Rechtsberaterin der Familie, Karin Klaric, befand sich gemeinsam mit Vereinssprecher Kurosch Allahyari vor Ort im Kosovo, um alle notwendigen Vorkehrungen zu organisieren, hatte es zuletzt seitens des Vereins geheißen.

Der Vater sei psychisch sehr angeschlagen, die beiden achtjährigen Mädchen freuten sich hingegen auf ein Wiedersehen mit der Mutter und Freunden. Die beiden Mädchen glaubten nach Darstellung des Vereins nach wie vor, im Kosovo lediglich auf Urlaub gewesen zu sein. Laut Klaric ist auch eine kurze Stellungnahme nach der Rückkehr vorgesehen.

Bescheide nach Empörung aufgehoben

Die Abholung der beiden Mädchen und ihres Vaters am 6. Oktober durch die Fremdenpolizei und ihre anschließende Internierung im Polizeianhaltezentrum bis zur Abschiebung in den Kosovo hatte für große Empörung gesorgt. Zunächst hatten sich die Behörden aber unnachgiebig gezeigt. Das Bekanntwerden weiterer Kinderabschiebungen erhöhte jedoch den Druck auf Politik (bzw. Innenministerin Maria Fekter) und Polizei.

Anfang der Woche hob das Innenministerium dann die Abschiebe- Bescheide des Magistrats in Steyr, wo die Familie gewohnt hatte, auf und ermöglichte die Rückkehr der drei abgeschobenen Familienmitglieder mittels humanitärer Visa.

Fackelzug in Steyr

Erich Schlagitweit, der die Arbeitsgruppe "Komani come home" initiiert hat, hat trotz der Heimkehr der Familie am Fackelzug festgehalten. "Wir kämpfen für eine Zivilgesellschaft, für eine menschlichere Stimmung", sagte er. Zu der Veranstaltung am Donnerstag kamen einige Hundert Menschen.

Nun Magistrat am Zug

Ob die Komanis letztlich dauerhaft in Österreich bleiben können, ist aber noch nicht entschieden. Allerdings ist nun eine andere Behörde zuständig. Da sich die Mutter derzeit in Wien in Spitalsbehandlung befindet, wird der Magistrat der Bundeshauptstadt prüfen, ob man der Familie einen humanitären Aufenthaltstitel geben kann. Das Magistrat in Steyr hatte dies ursprünglich empfohlen, war dann aber von der Sicherheitsdirektion "überstimmt" worden.

In dem Fall der Familie geht es nun aber nicht um ein Asyl- , sondern um ein Niederlassungsverfahren. Das Asylverfahren der Komanis ist schon längst rechtskräftig negativ abgeschlossen. Mutter und Töchter erhielten 2006 ihre negativen Bescheide, der Antrag des Vaters wurde vom VwGH im Jahr 2009 abgewiesen.

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