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24.08.2017 - 10:32

Falscher Gutachter auch Kurpfuscher?

29.11.2008, 00:48
Die von der "Krone" enthüllte Affäre um Husch-Pfusch-Gutachten für Rosenkriege, Scheidungswaisen und Kinderdramen à la Pöstlingbergmutter (siehe Infobox) weitet sich aus: Der umstrittene Gerichtssachverständige (44) wurde nicht nur wegen Falschaussagen und Amtsmissbrauchs angezeigt, sondern auch wegen Betrugs und Kurpfuscherei.

Es gilt die Unschuldsvermutung. Es melden sich aber immer mehr Justizopfer, die sich über den obskuren Gerichtsgutachter und seine expandierenden Privatfirmen beklagen: Hauptsächlich verbitterte Väter, denen Kinder weggenommen und Besuche untersagt wurden. Die schweren Vorwürfe sind immer die gleichen: Männer hätten nicht einmal gegen psychisch kranke Frauen Chancen auf Obsorge, weil negative Gutachten mit Textbausteinen am Fließband produziert würden, so dass psychologische Profile oder psychiatrische Diagnosen einander allzuoft gleichen wie geklont.

Der aufgeblattelte Doktor der Philosophie werte als klinischer Psychologe seine Psychotests in Eigenregie selbst aus, obwohl er kein Psychiater sei. Er erstelle also medizinische Diagnosen und erfülle damit den Verdacht der Kurpfuscherei, heißt es in einer Strafanzeige an das Innenministerium und oö. Landeskriminalamt.

Betrug im Spiel?

Nun kommt noch der Vorwurf des schweren, gewerbsmäßigen Betrugs dazu: "Ich habe Beweise, dass ein 5000 Euro teures Gutachten gefälscht ist", wittert eine erfahrene Linzer Mediatorin den Schulterschluss einer Art Mafia, wenn Jugendämter die Privatgesellschaften des Gerichtssachverständigen einschalten, um Pflegefamilien für Scheidungswaisen zu rekrutieren. "Das geht so weit, dass einem gesunden Kind eine Krankheit angedichtet wird."

Wütende Väter, die sich gegen das Unrecht wehren, sollen schon unverhohlen bedroht worden sein: Mit Gutachten könnten ihre Besuchsrechte für ihre Kinder eingeschränkt werden.

Von Richard Schmitt, Oö. Krone

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