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26.09.2017 - 13:58
Foto: Kronen Zeitung/ Chris Koller

Eisiger Tod am Berg

19.04.2015, 06:00
Die Erschütterung über den Tod des Star-Bergsteigers Edi Koblmüller (69) aus Linz und dessen Kameradin Monika S. (59) aus Wien unter Alpinisten ist groß. Wie berichtet, erfroren die beiden bei einer Skireise auf den Kasbek in Georgien. Die beiden Bergprofis waren bei gut minus 20 Grad in einen 90-km/h-Sturm geraten.

"Der 5047 Meter hohe Kasbek im Kaukasus ist ja ein einfacher Berg, von der Schutzhütte Bethlemi Hut auf 3670 Metern geht es in einer Tagestour mit leichter Ausrüstung zum Gipfel - es waren dort zu dieser Zeit auch noch einige andere Gruppen unterwegs", erklärt Winfried Flossdorf, der Geschäftsführer des von Koblmüller gegründeten Linzer Reiseveranstalters "Bergspechte".

Doch er kennt auch die Gefahren: "Der Edi und eine Kameradin, die schon einige Sechs- und Siebentausender bestiegen hat und eine erfahrene Bergsteigerin war, sind zurückgeblieben. Die anderen waren schon abgestiegen, als die beiden vermutlich bei gut minus 20 Grad in einen Blizzard geraten sind." Heute, Sonntag, kehrt die restliche Teilnehmergruppe von Tiflis aus in ihre Heimatländer zurück, landet auf vier verschiedenen Flughäfen. Die Leichen der beiden erfrorenen Österreicher werden voraussichtlich im Laufe der kommenden Woche überstellt werden.

Auf der Facebook- Seite von "Bergspechte" posten Alpinisten rührende Abschiedsworte. Viele haben erst durch Begegnungen mit Koblmüller und Touren mit ihm ihre Liebe zu den Bergen entdeckt. Auch die Wienerin Monika S., das zweite Todesopfer der zehntägigen Skireise zum Kasbek, war schon mehrmals mit dem Star- Bergsteiger aus Linz unterwegs. Sie blieb mit Koblmüller hinter den anderen zurück, die bereits abgestiegen waren, als am Berg der Sturm losbrach.

"Bergspechte"- Geschäftsführer Winfried Flossdorf zu den Gefahren bei solchen Touren: "Am niedrigeren, aber mit 4810 Meter höchstem Berg Europas, dem Mont Blanc, verunglücken jährlich etwa fünfzig Bergsteiger tödlich - und bis zu zwanzig davon durch Erfrieren oder Erschöpfung."

19.04.2015, 06:00
JH/red
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