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20.08.2017 - 04:43
Foto: APA/Rubra

Ein Viertel des Gebäudes nach Großbrand zerstört

04.06.2009, 15:00
Die Ursache des Großbrandes im Linzer Ursulinenhof steht fest: Flexarbeiten im Keller des Gebäudes haben das Feuer ausgelöst. Ein Viertel des Gebäudes wurde durch den Großbrand zerstört. Das wurde in einer Pressekonferenz am Donnerstag bekannt gegeben. Ein Lokalaugenschein am Vormittag ergab den genauen Ablauf der Ereignisse, wie der oberösterreichische Sicherheitsdirektor Alois Lißl mitteilte.

Im Erdgeschoß des Komplexes finden derzeit Umbauarbeiten für ein neues Lokal statt. Im Zuge dieser Tätigkeiten sei am Mittwoch im Keller mit einer Flex an einem Lüftungsschacht gearbeitet worden, schilderte Lißl. Der Funkenflug habe offenbar ausgereicht, den Großbrand auszulösen. Die Flammen seien über das Rohr aufgestiegen und hätten sich im oberen Bereich ausgebreitet. Die Bauarbeiter seien am Donnerstagvormittag befragt worden und hätten auch an einem Lokalaugenschein mit der Brandverhütungsstelle teilgenommen, berichtete der Sicherheitsdirektor. Dabei habe sich der Ablauf geklärt.

Ein Viertel des Gebäudes beschädigt

Durch den Großbrand im Ursulinenhof ist fast ein Viertel des Gebäudes beschädigt worden. Das gaben Landeshauptmann Josef Pühringer und der Linzer Branddirektor Gerhard Greßlehner bekannt. Der angerichtete Schaden wurde mit "einigen Millionen Euro" beziffert, eine genaue Höhe stand vorerst nicht fest.

Ursulinenhof für fünf Millionen Euro renoviert

In den letzten Jahren sei der Ursulinenhof mit Gesamtinvestitionen von rund fünf Millionen Euro kontinuierlich restauriert worden, berichtete Pühringer. "Und jetzt stehen wir vor den Trümmern." Die Einsatzkräfte hätten verhindert, dass aus einer "großen Katastrophe" eine "sehr große" wurde. Greßlehner sprach von "Professionalität mit einem Quäntchen Glück". Er erklärte, dass nicht nur Löscharbeiten, sondern auch Sicherungsmaßnahmen durchgeführt würden. Am Nachmittag sollte mit einem Sachverständigen des Bauamtes geklärt werden, welche Teile des Gebäudes wieder freigegeben werden können. Nach möglichen Rauchgasvergiftungen gefragt, sagte der Branddirektor, dass man Personenschäden - auch bei Schaulustigen - verhindert habe.

"Brand aus" am Donnerstagnachmittag

Nachdem das Feuer auch am Donnerstag immer wieder aufgeflammt ist, wurde am Donnerstagnachmittag um 14.05 Uhr schließlich "Brand aus" gemeldet. Beim arg in Mitleidenschaft gezogenen Südtrakt des Veranstaltungszentrums besteht akute Einsturzgefahr. Die in dem Gebäude angesetzten Veranstaltungen wurden abgesagt oder verlegt.

Wiederaufbau bis Herbst 2010

Bis Mitte Juni soll die Räumung der vom Brand betroffenen Stellen abgeschlossen sein, dann wird voraussichtlich mit der Sanierung begonnen. Der Schaden sei jedenfalls durch eine Versicherung gedeckt, so Pühringer. Bis zur Wiederaufnahme des Vollbetriebs im Herbst kommenden Jahres waren rund 800 Veranstaltungen geplant. Der Großteil davon muss nun in andere Räumlichkeiten ausweichen.

Saal, Klimaanlage und Regieraum zerstört

Die Medienzentrale, die das Land Oberösterreich für die am Sonntag stattfindende EU- Wahl im eingestürzten Festsaal eingerichtet hätte, wird voraussichtlich ins Landhaus verlegt. Ein Regieraum und die Schaltzentrale der Klimaanlage wurden ebenfalls zerstört. Das darunterliegende Stockwerk, in dem sich unter anderem der Oberösterreichische Presseclub befindet, wurde durch Löschwasser schwer beschädigt.

Alarm am Mittwoch gegen 16.30 Uhr

Die Feuerwehr war am Mittwoch kurz vor 16.30 Uhr alarmiert worden. Es bildete sich rasch eine weithin sichtbare Rauchwolke, der beißende Geruch war kilometerweit wahrzunehmen. Rund 70 Feuerwehrleute waren mit den Löscharbeiten beschäftigt. Kurzfristig griff der Brand auch auf die benachbarte Karmelitenkirche über, diese wurde aber nicht beschädigt.

Kunstsammlung des Landes gerade noch gerettet

Kurzfristig griff der Brand auch auf die benachbarte Karmeliterkirche über, diese wurde aber nicht beschädigt. Die seit kurzem im Ursulinenhof untergebrachte Kunstsammlung des Landes konnte gerade noch gerettet werden, die Artothek hätte kommende Woche aufsperren sollen. Die Eröffnung des Lokals, bei dessen Umbau das Feuer ausgebrochen war, wäre in zwei Wochen geplant gewesen. Die angrenzende Harrachstraße, in der sich zahlreiche Schaulustige befanden, musste wegen der starken Rauchentwicklung geräumt werden. Auch die umliegenden Straßen wurden für den Verkehr gesperrt.

Landeshauptmann Pühringer schockiert

Das Linz09- Projekt "Höhenrausch", dessen luftiger Pfad aus Holz u.a. über den Ursulinenhof führt, nahm durch den Brand keinen Schaden. Landeshauptmann Pühringer zeigte sich schockiert. Der Ursulinenhof sei bis Jahresende für Veranstaltungen ausgebucht gewesen, so Pühringer.

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