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17.08.2017 - 10:15
Foto: Andi Schiel

Dubai: Prozess gegen Adelsmayr verzögert sich

19.01.2012, 09:18
Der neunte Prozesstermin des in Dubai wegen Mordes angeklagten Mediziners Eugen Adelsmayr aus Oberösterreich wird verschoben. Ursprünglich hätte die Verhandlung am Sonntag stattfinden sollen - sein Anwälte-Team hätte dann bereits das Schlussplädoyer halten sollen. Das geht nun allerdings nicht. Grund für die Verschiebung seien Termingründe der Juristen.

"Meine Anwältin hat mich kontaktiert und darum gebeten, den Prozess aus Termingründen verschieben zu dürfen", erklärte der 52- jährige Mediziner am Donnerstag, "ein neuer Termin steht noch nicht fest, dieser wird erst am 22. Jänner vom Richter bekannt gegeben werden."

Allerdings gibt es laut dem österreichischen Arzt schon ein "inoffizielles Okay" vom Richter. Zum Termin am Sonntag wird Adelsmayr daher nicht nach Dubai reisen. "Die Vertagung wird ein Mitarbeiter der Anwaltskanzlei vor Gericht beantragen", erklärte er. Die nächste Verhandlung soll dann in "zwei bis drei Wochen" stattfinden.

Paukenschlag bei bisher letztem Termin

Beim bisher letzten Gerichtstermin Ende Dezember hatte es einen Paukenschlag gegeben. Die Anwälte des Arztes enthüllten bei der Verhandlung, dass das Gutachten, auf dem die Mordanklage basiert, offenbar manipuliert worden war. Laut Adelsmayr wurde das von der staatlichen Krankenhausbehörde erstellte Dokument bei der Übersetzung vom Englischen ins Arabische um alle ihn entlastenden Punkte gekürzt bzw. um einige Punkte erweitert, die nicht in der englischen Anklageschrift enthalten gewesen waren (siehe Infobox).

Adelsmayr und seine Anwälte werden aufgrund dieser Enthüllung nun auf weitere Experten und Zeugen verzichten. Beim nächsten Termin wird die Verteidigung bereits das Schlussplädoyer halten, etwa drei Wochen später ist das Urteil des Gerichts zu erwarten.

"Mein mitangeklagter indischer Kollege kann das Prozedere allerdings noch verzögern", gab Adelsmayr zu bedenken. Der Kollege habe bisher noch nichts zur Verhandlung beigetragen, "seine Anwältin hat weder Zeugen beantragt noch Dokumente oder Gutachten vorgelegt". Sollte sich das ändern und die Verteidigung des Inders doch noch Anträge stellen, würde sich die Verhandlung in die Länge ziehen. "Das ist ein Fall, zwischen mir und dem Mitangeklagten wird nicht unterschieden", sagte der Mediziner. "Dieser Kollege war bei jeder Verhandlung anwesend, er steht immer links von mir. Und seine Anwältin gemeinsam mit meiner vor dem Richter."

Strafrahmen bis hin zur Todesstrafe

Dem Oberösterreicher und einem indischen Kollegen wird der Tod eines Patienten im Februar 2009 durch unterlassene Hilfeleistung und eine hohe Dosis Opiate zur Last gelegt. Dafür droht dem Bad Ischler im Wüstenstaat ein Strafrahmen von drei Jahren Haft bis hin zur Todesstrafe.

Ende September hatten die Behörden Adelsmayr erstmals seit 2009 die Ausreise gestattet, weil seine Frau schwer erkrankte. Zum ersten Mal seit drei Jahren feierte Adelsmayr Weihnachten 2011 wieder mit seiner Familie in Österreich. Auch in allen Verhandlungspausen kümmerte sich Adelsmayr um seine Frau.

19.01.2012, 09:18
AG/red
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