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17.08.2017 - 06:57
Gewalt in der Schule wird, wie hier im Theater, meist nur aus Schülerperspektive gesehen.
Foto: Günter Jagoutz www.jagoutz.at / ke

Dramastischer Anstieg bei Gewalt gegen Lehrer

03.06.2017, 00:10

Die Messer- Attacke zweier 14- jähriger Sonderschüler auf ihren Direktor in Steyr - wir berichteten - ist nur die Spitze eines Eisbergs. Davon ist Paul Kimberger, oberster Schulgewerkschafter Österreichs, überzeugt. Er sieht einen dramatischen Anstieg der Gewalt gegen Pädagogen. Das rabiate Schüler- Duo wurde suspendiert.

"Die beiden Burschen sind vorerst suspendiert. Sie befinden sich jetzt in der sogenannten ,Cool down‘- Phase. Die Erziehungsverantwortung trägt das Heim, in dem sie untergebracht sind", sagt Landesschulratspräsident Fritz Enzenhofer, der auch damit einverstanden ist, dass die beiden Sonderschüler nicht in Untersuchungshaft genommen wurden: "Das würde ja nichts an dem Umstand ändern, dass die beiden schulpflichtig sind. Jetzt läuft das ganzes Krisenmanagement an."

Laut Insidern handelt es sich bei den Schülern um die "vernachlässigtsten der vernachlässigten Kinder".

Immer öfter werden Lehrer zu Opfern von Aggression - nicht nur von Schülern, sondern auch deren Eltern und sogar Rechtsanwälten. Das weiß auch Paul Kimberger, gebürtiger Vöcklabrucker und Österreichs oberster Lehrergewerkschafter (FCG), dem nebenbei beste Chancen auf die Enzenhofer- Nachfolge als Bildungsdirektor nachgesagt werden. Kimberger: "Die Zahl dieser Fälle steigt deutlich an und zwar im gesamten Spektrum, von körperlichen Attacken über verbale Gewalt bis hin zu Mobbing und Ähnlichem in den sozialen Medien. Wir haben gegen solche Taten rechtliche Schritte eingeleitet, es sind etliche Verfahren anhängig".

Tatsächlich zeigen auch Studien, wie stark der Druck auf die Pädagogen ansteigt. So ergab eine Umfrage unter etwa 2000 Lehrkräften in Bayern (D) im Vorjahr, dass 18 Prozent der  Lehrer schon einmal Opfer psychischer Gewalt geworden sind. Sechs Prozent wurden auch körperlich attackiert.

von Christoph Gantner

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