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23.08.2017 - 03:03
Nestlé-Angestellten Betriebsrat Gerhard Frei kämpft für die Mitarbeiter.
Foto: Markus Wenzel, "Krone"

Das Auffangnetz für Schließungsopfer wird dichter

10.03.2017, 08:43

"Wir kennen mit dem 31. März 2018 derzeit nur das Enddatum, erfragen uns nach und nach genauere Dinge", sagt Gewerkschafter Andreas Stangl. Drei Tage nach der Bekanntgabe der Nestlé- Entscheidung, das Werk in Linz nächstes Jahr zu schließen, laufen die Drähte heiß. Die Sorge gilt den 127 Mitarbeitern, die ihre Jobs verlieren.

Von einer "kritischen Situation" sprach Wirtschaftslandesrat Michael Strugl nur Stunden, nachdem die Entscheidung des  Lebensmittelkonzerns bekannt gegeben wurde.  Drei Tage nach der Hiobsbotschaft wird immer klarer, wie es mit den Schließungsopfern, den 127 Beschäftigten, weitergehen kann und wird.

Betriebsrat Gerhard Frei konnte gestern erreichen, dass es für alle zumindest eine Job- Garantie bis 1. September geben wird  siehe auch Interview. "Es ist gut, wenn nicht alle gleichzeitig auf den Arbeitsmarkt kommen", sagt AMS- Landesgeschäftsführer Gerhard Straßer. Für das Einrichten einer Arbeitsstiftung gibt es eine grundsätzliche Zusage von Nestlé. Die Firma muss den Großteil dieser Einrichtung finanzieren, in der  Qualifikationen für andere Jobs erlernt werden können.

FAB kann aufatmen

Immer wieder fallen in dem Zusammenhang drei Buchstaben: FAB. Der Verein wird wohl den Zuschlag für die Stiftung bekommen. "Wir haben uns seit der Abwicklung der Quelle- Stiftung einen guten Ruf erarbeitet", sagt Geschäftsführerin Silvia Kunz. 600 Menschen konnte damals eine Perspektive gegeben werden.

Zwischen FAB und Nestlé gibt es eine Verbindung: Der Konzern sichert in Linz 100 Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung, indem im FAB Verkaufskartons für den Lebensmittelhandel zusammengebaut und befüllt werden. Der Auftrag soll auch nach der Schließung des Werks bestehen bleiben.

"Viele Firmen bieten Hilfe an"

"Es bringt nichts, an der Vergangenheit zu hängen", sagt Gerhard Frei. Der Nestlé- Angestellten- Betriebsrat blickt nach vorne.

Herr Frei, wie hat die Belegschaft die Nachricht über das Aus verdaut?
Wir wussten, dass wir nicht ausgelastet sind, hatten deshalb kein gutes Gefühl. Als es dann am Dienstag raus war, war Betroffenheit da, die man von Situationen kennt, wenn etwas Schreckliches passiert ist.

Sie schauen nach vorne.
Ich bin  ein eher strukturierter Typ,  hatte in den letzten Tagen viele Gespräche  auch mit den Kollegen, die viele Fragen haben.

Was macht Ihnen Mut?
Dass das Werk geschlossen wird, tut irrsinnig weh. Aber trotzdem gab’s auch schöne Dinge in den letzten Tagen: So haben sich Firmen und Lieferanten gemeldet und bieten Hilfe an, sagen, dass sie Jobs haben. Das ist ein schöner, menschlicher Zug, in einer Zeit, in der man eh so am Boden ist.

Gestern konnten Sie auch noch kleine Erfolge erzielen, oder?
Wir haben nun die Zusage, dass niemand vor dem 1. September seinen Job verlieren wird. Und auch falls jemand das Unternehmen  verlässt, weil er einen neuen Job hat, wird er im Sozialplan berücksichtigt - das ist fix.

Barbara Kneidinger, Kronen Zeitung

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