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18.08.2017 - 13:05
Der Martin-Luther-Platz etwa könnte begrünt und so mit Hessenpark sowie Citypark verbunden werden.
Foto: unbekannt

Bürgerinitiativen wollen die Natur zurück

Die Bedrohung der städtischen Grünoasen ruft immer mehr Bürgerinitiativen auf den Plan, die sich nun gemeinsam gegen wachsende "Asphaltwüsten" auflehnen wollen. Die Linzer unterstützt der oö. Umweltanwalt Martin Donat: "Es ist Zeit, dem negativen Trend der letzten Jahre gegenzusteuern. Wir haben Vorschläge!"

Linz ist flächenmäßig eine der grünsten Städte Österreichs. Jedoch konzentrieren sich diese Zonen hauptsächlich im Süden, in Dornach und am Pöstlingberg, im Zentrum sind keine zehn Prozent grün. "Wie man am Dom- oder Martin- Luther- Platz sieht, verschwindet das Grün aus der Stadt", will Martin Donat nun gemeinsam mit Bürgerinitiativen an die enorme Bedeutung von Grünflächen, vor allem Bäumen, erinnern. "Für 22.000 Bäume gibt es zwei Pfleger in der Stadt. Geht es ums Umschneiden, rücken sie zu Hunderten an", schüttelt etwa die Linzer Baumrettungsinitiative den Kopf. Aber auch Anrainer und Fachleute sorgen sich um die Lebensqualität, kritisieren die Stadtplanung.

Parks vergrößern statt auslichten

Ihnen zufolge gehören die Parks nicht ausgelichtet, sondern durch großkronige Bäume gestärkt und sogar erweitert. So könnten etwa Hessenpark, Citypark und der Martin- Luther- Platz durch verkehrsberuhigte Grünachsen in Nebenstraßen miteinander verbunden werden, so auch Schillerpark und Volksgarten. Das soll auch das Drogen- und Alkoholproblem eindämmen, die Parks beleben und für Familien wieder zugänglich machen. Gefordert sei hier die Stadtplanung: Laut Donat muss der Grüngürtel gesichert werden: "Es müssen Parks geschützt und Festlegungen in Bebauungsplänen auch in Bauverfahren eingefordert werden. Als Ziel könne sich die Stadt zudem setzen, einen Baum pro Einwohner zu pflanzen."

Für Rot- Blau reichen die Grünoasen aus

Bei den Grünen rennt die Gruppe mit ihren Forderungen offene Türen ein. Laut SPÖ verletzt Donat durch die Vernetzung mit den Bürgerinitiativen "das Objektivitätsgebot", es müssen außerdem die Interessen aller Linzer gewahrt werden. Für die Grünflächen in der Stadt werde viel getan. Und FPÖ- Planungsstadtrat Markus Hein stellt klar: "Der Grünflächenanteil wird ständig ausgebaut." Dagegen, dass bei großen Bauprojekten das Umfeld und Grünflächen nicht mitbedacht werden, wehrt er sich.

Initiativen wollen mehr Lebensqualität

Initiative "Rettet den Andreas- Hofer- Park": Schulen und Kindergärten nutzen diesen einzigen Freiraum in dem 6000- Einwohner- Viertel ständig. Die Ein- und Ausfahrt für die geplante Garage der Firma Swietelsky wären laut Anrainern gefährlich, die Luft würde vergiftet, Bäume gefällt. Der Park sollte vielmehr erweitert werden.
Verein "Lebenswerter Hessenplatz und Umgebung": Der von Nachbarn so genannte "Therapiepark" wird fast nur noch von sozialen Randgruppen bevölkert: "Die Politik hat den Park für sie freigegeben." Gefürchtet wird nun, dass die Grünzone mangels besserer Lösung ausgelichtet wird: "Wie viel Park bleibt dann noch übrig?"
Linzer Baumrettungsinitiative: "Fault ein Ast, fällt in Linz der ganze Baum. Manchmal auch ein gesunder", hat die Initiative anhand des Baumkatasters festgestellt. Auch, weil Kinder über Wurzeln stolperten oder parkende Autos schmutzig wurden, mussten schon welche weichen. Oft würden von der Stadt ungeeignete Bäume nachgesetzt.
Architekten- Vereinigung: Der Architekten- Vereinigung "Arch.Pro.Linz" fehlt eine Stadtplanung, es gebe nur Einzelprojekte, für die wenige Büsche, Bäumchen oder ein grünes Stockwerk vorgesehen werden. Geplant werde nicht von Fachpersonal, sondern großteils vom Bürgermeister selbst, kritisiert die Gruppe.

Lisa Prearo, Kronen Zeitung

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