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25.09.2017 - 21:43
Foto: AP

Braunbär "Moritz" sorgt für Unmut bei den Jägern

25.03.2009, 13:29
Für Aufregung sorgt Braunbär "Moritz" unter den Jägern im Salzkammergut: Erst hat er einen kapitalen Hirschen gerissen und beinahe restlos verspeist, jetzt macht er ein Gehege auf der Rasslalm in der Steiermark unsicher. Wie es seitens der lokalen Jägerschaft heißt, habe man bei der Fütterung am Vormittag frische Spuren des etwa sieben Jahre alten Bären gefunden. Über die weitere Vorgehensweise gibt es keine Einigkeit zwischen Jägern und Behörden.

Der pensionierte Aufsichtsjäger Alfred Percht berichtet, dass Moritz im Oktober ein Schaf gerissen hat und dass er sich seit Herbst 2008 in der Gegend um das Dachstein- Plateau aufhält. Dort gibt es ein rund 2.500 Hektar großes Gatter der Bundesforste, in dem es sich der Bär gemütlich gemacht hat. Da der Zaun des Geheges noch größtenteils unter Massen von Schnee begraben ist, war der "Einbruch" für Moritz eine Leichtigkeit. Im Gehege verbreitet der pelzige Eindringling nun Angst und Schrecken unter dem Rotwild. Die rund 130 Tiere kommen nur teilweise zur Fütterung wieder zurück ins Gehege, berichtet Percht.

"Bär muss raus!"

Die Jäger fürchten nun Probleme mit Wildschäden. Ihre Forderung daher: Der Bär müsse aus dem Gatter raus, so Percht. Als Lösung schlug der Aufsichtsjäger vor, den Bären zu betäuben und abzutransportieren. Bärenanwalt und Behörden würden sich aber dagegen aussprechen.

Schutz des Geheges durch Falle denkbar

Als erste Maßnahmen wurde der Kadaver des toten Hirschen weggebracht und die Straße zum Gehege geräumt, so Bernhard Schragl, Sprecher der Bundesforste. Um das teils bis ins Tal geflüchtete Rotwild zurückzuholen, wird der Einsatz von Lockfutter überlegt. Für die Zukunft sei laut Schragl ein Elektrozaun als Abwehr gegen den Bären denkbar. Eine Maßnahme, von der Percht aus Erfahrung wenig hält: Da die Tiere bei einem Stromschlag in den Zaun springen, sei dieser bei Versuchen in der Vergangenheit jeden Tag aufs Neue beschädigt worden. Als "maximale Maßnahme" sehen die Bundesforste eine Rohrfalle: Der so gefangene Bär soll mit einem Sender zwecks Ortung ausgestattet werden.

Moritz "kein Problembär"

WWF- Bärenexpertin Christina Kubalek sieht im jüngsten Zwischenfall keinen Grund zur Sorge. "Das ist ganz typisches Verhalten und macht ihn nicht zum Problembären." Beim WWF ist man angesichts der Stimmung unter den Jägern - so ist ein Abschuss für Percht "als letzte Konsequenz" vorstellbar - durchaus in Sorge. Zudem sei nun Moritz "geoutet" worden: Während man seinen Aufenthaltsort bisher immer nur recht vage genannt hatte, sei dieser nun bekannt.

Wiederansiedlungsprojekt auf Eis

Auch wenn nach dem "Nein" der Steiermark das Wiederansiedlungsprojekt derzeit auf Eis liegt, wollen die Naturschützer weiterhin das Gespräch mit allen Beteiligten suchen. "Die Verantwortung von Österreich ist da, den Bären wieder anzusiedeln", ist Kubalek überzeugt. "Es ist lediglich eine Frage der Zeit." Die drängt allerdings, denn Moritz und sein Vater Djuro sind die beiden letzten verbliebenen Exemplare in den Nördlichen Kalkalpen. Ohne weibliche Gesellschaft für sie ist die Bärenfamilie zum Aussterben verurteilt.

Symbolbild

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