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21.08.2017 - 22:31
Am Attersee musste die Wasserrettung mehrere Segelboote und zwei Segler bergen.
Foto: unbekannt

Blitzopfer: "Konnte mich nicht bewegen"

21.07.2017, 23:08

22.570 Blitze erhellten am Donnerstagabend den finsteren Unwetter- Himmel über ganz Oberösterreich. Einer davon streifte einen 47- jährigen Mühlviertler, der nach dem Schock Beruhigungstabletten nehmen muss. Mit den Nerven am Ende waren auch 2820 Feuerwehrleute, die 652 Mal Hilfe leisteten.

"Ich war wie ein Stein, konnte mich nicht rühren und hatte extreme Schmerzen", berichtet Josef Hochreiter aus Waxenberg, der bei dem schweren Gewitter indirekt vom Blitz getroffen worden war. Dieser hatte ins Haus eingeschlagen und den Verteilerkasten gesprengt - der 47- Jährige stand im Spannungsfeld der Energieentladung, wurde von dem heftigen Schlag zu Boden geworfen: "Es hat einen gewaltigen Tuscher getan, dann lag ich auf einmal da. Im Spital haben sie dann Herzstörungen und zu hohen Blutdruck gemessen", so Hochreiter, der immer noch geschockt ist und Medikamente nehmen muss.

Wie berichtet, war von dem Unwetter das ganze Land betroffen, insgesamt gab es für die Feuerwehr 652 Einsätze. In einer Mostschenke in Neukirchen an der Vöckla hatten hundert Gäste flüchten müssen, als ein Blitz den Dachstuhl in Flammen setzte - das alte Gebäude ist zerstört. Auch zahlreiche Autos wurden beschädigt oder mussten aus überfluteten Unterführungen geborgen werden, in Steyr schwamm ein Pkw im Fluss. In Wels stürzte ein Baum auf ein Hausdach.

Und auch die Wasserrettung war im Seengebiet im Dauereinsatz: Am Attersee barg sie einen 47- Jährigen aus Marchtrenk und einen 50- Jährigen aus Buchkirchen - die Männer hatten die Sturmwarnung in ihrem Katamaran ignoriert, werden angezeigt. Und am Traunsee verunglückten fünf Retter selbst mit ihrem Boot, einer wurde dabei verletzt.
Die Gewitter- Serie reißt leider noch nicht ab, weiß Meteorologe Josef Lukas - siehe Interview unten.


Ubimet- Meteorologe Josef Lukas weiß, warum so viele Gewitter in Serie derzeit Oberösterreich in Atem halten. Entwarnung kann er aber noch lange nicht geben.

Viele Oberösterreicher haben das Gefühl, dass es diesen Sommer extrem viele heftige Unwetter gibt.

Die Menge ist an sich für Juli nicht ungewöhnlich, Oberösterreich ist wegen der heftigen Gewitterkomplexe aus Bayern bei der Blitzanzahl österreichweit fast immer auf Platz 3. Aber wenn die Gewitter wie jetzt mehrmals pro Woche stattfinden, ist das schon viel. Und so ein Unwetter wie am Donnerstag kommt wirklich nur maximal zehnmal im Jahr ob der Enns vor.

Ist die Hitze schuld an dieser Serie?

Ja, auch. Es ist die Kombination aus heißer Luft aus Nordafrika und feuchter Meeresluft aus dem Westen. Dann kracht es.

Können wir jetzt einmal durchschnaufen?

Nicht wirklich. Heute, Samstag, gibt es hohes Gewitterpotenzial, auch am Sonntag wird es verbreitet blitzen. Und am Montag wird es richtig ungemütlich.

Was ist zu erwarten?

Wir rechnen im ganzen Land mit extremen Regenmengen von bis zu 70 Litern pro Quadratmeter. Da kann es dann zu Überflutungen und Muren kommen. Auch danach wird es nicht beständig.

Jasmin Gaderer, Kronen Zeitung

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