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17.08.2017 - 20:03
Foto: Johann Haginger

Bio- Boom jetzt auch bei Herz- Patienten in Linz

21.02.2012, 17:00
Wenn sich Herzkranzgefäße verengen, werden dem Patienten Stents eingesetzt. Diese kleinen Edelmetallgitter stützen die Gefäßwand, können aber auf lange Sicht auch zu Problemen führen. Deshalb wurden nun Bio-Stents entwickelt, die sich auflösen – österreichweit der erste wurde nun im Linzer AKH implantiert.

Bei dem Premiere- Patienten handelt es sich um einen 58- jährigen Mann aus Leonding bei Linz, der an einer koronaren Herzerkrankung litt. "Stents sollen verengte Herzkranzgefäße aufdehnen – es ist aber nicht notwendig, dass sie ein Leben lang im Körper bleiben. Im Langzeitverlauf könnten Edelmetall- Stents sogar die Beweglichkeit der Gefäßwand beeinträchtigen oder sich an freiliegenden Metallteilen Gerinnsel bilden – die Bio- Stents aber lösen sich im Lauf von maximal zwei Jahren völlig auf", erklärt der Linzer Chirurg Oberarzt Dr. Clemens Steinwender (Bild).

Die bio- resorbierbare Stents bestehen aus Polylactid. Das Milchsäure- Polymer wird bereits als selbstauflösendes Nahtmaterial in der Chirurgie verwendet und wird vom Körper in CO2 und Wasser aufgespalten und völlig resorbiert. Zurück bleibt ein strukturell und funktionell normales Herzkranzgefäß. Eine medikamentöse Beschichtung des Stents soll verhindern, dass sich im Bereich der Implantation wieder eine Engstelle bildet.

Weltweit wurden bisher 500 bio- resorbierbare Stents implantiert. Sie werden vorerst nur im Rahmen klinischer Studien bei geeigneten Patienten verwendet.

21.02.2012, 17:00
Johann Haginger, Kronen Zeitung/red
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