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17.08.2017 - 11:54
Foto: APA/Helmut Fohringer

Bildungsministerin stellt sich hitziger Debatte

30.03.2009, 12:11
Pfiffe und sogar einzelne "Rücktritt"-Rufe aus den eigenen Reihen hat Bildungsministerin Claudia Schmied (SPÖ) geerntet, als sie sich am Montag auf Einladung des Bundes Sozialdemokratischer Akademiker (BSA) in Linz der Diskussion mit oberösterreichischen Bundeslehrern stellte. Sie bekräftigte ihr Angebot, im Gegenzug für die Mehrarbeit eine Jobgarantie zu geben. Als eine junge Pädagogin ihr ein entsprechendes Schriftstück vorlegte, unterschrieb sie es spontan.

Der rund 1.400 Leute fassende Saal im Brucknerhaus war voll, die Stimmung aufgeheizt. Der Bildungssprecher und Klubobmann der SPÖ Oberösterreich, Karl Frais, betonte zwar, dass Schmied "nach dem Gehrer- Stillstand etwas in Bewegung gebracht hat", sparte aber auch nicht mit Kritik an seiner Parteikollegen: "Es war für mich als Sozialdemokrat nicht erträglich, nicht mit den Gewerkschaftern zu verhandeln."

"'Buh' ist auch eine Form der Kommunikation"

Als Schmied ans Rednerpult trat, stieg die Unruhe in den Bänken. Es gab Pfiffe und Buhrufe. Die Ministerin gab sich gelassen: "Auch 'Buh' ist immer noch eine Form der Kommunikation." Ihr sei bewusst, dass die Diskussion der vergangenen Tage zu Kränkungen geführt habe, "viele habe ich auch enttäuscht", räumte sie ein.

"Schulen besser machen"

In der Sache blieb Schmied allerdings hart: Ihr Ziel sei es, die öffentlichen Schulen besser zu machen "und mit der Erhöhung der Lehrverpflichtung schaffen wir es". Komme es nicht zu den von ihr angestrebten zusätzlichen zwei Unterrichtsstunden - "die sind nicht in Stein gemeißelt" - oder einer ähnlichen Maßnahme, würde man wieder ins Jahr 2006/07 zurückkehren. "Dann vergrößern wir wieder die Klassen und das bedeutet, 6.100 Lehrer verlieren ihren Job."

Schmied will neues Dienst- und Besoldungsrecht

Generell sei ein neues Dienst- und Besoldungsrecht nötig, betonte Schmied. Sie plädierte für All- in- Verträge sowie attraktive Anfangsgehälter. Um die zwei zusätzlichen Stunden Lehrverpflichtung zu ermöglichen, will sie am Zuteilungsschlüssel für die einzelnen Fächer drehen. Im Gegenzug erneuerte sie ihr Versprechen einer Jobgarantie. "In heutigen Zeiten wären viele Menschen sehr froh darüber."

Wütender Zuhörer stürmt Bühne

Im Anschluss an ihr Referat stellte sich Schmied den Fragen und Meinungsäußerungen der Lehrer, was wegen der knapp bemessenen Zeit erneut zu Unmut im Auditorium führte. Ein Teilnehmer stürmte erzürnt auf die Bühne und wollte das Mikrofon an sich bringen, scheiterte jedoch. Erfolgreicher war eine junge Sportlehrerin, die Schmied ein Schriftstück vorlegte, in dem ihr eine Anstellung garantiert wurde. Sie erhielt prompt die Unterschrift der Ministerin.

Nicht nur die sozialdemokratischen Bundeslehrer hielten am Montag in Linz eine Versammlung ab, sondern auch ihre Kollegen von der FCG. Sie kontern den Vorschlägen der Ministerin mit dem Slogan "Rücknahme oder Rücktritt". Die grünen Lehrervertreter hielten ihren Bundeslehrertag im Volkshaus in Linz- Dornach ab.

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