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23.08.2017 - 03:03
Am Linzer Christkindlmarkt gibt es (noch) keinen Begleit-Service für Damen.
Foto: Horst Einöder

Begleitdienst soll die Frauen beschützen

06.11.2016, 23:48

Der Begleitdienst von Security- Mitarbeitern beim Leopoldi- Fest in Klosterneuburg (NÖ) oder das "Heimweg- Telefon" in Graz - Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz von Frauen machen derzeit Schlagzeilen. Zumal es jetzt immer früher dunkel wird, aber zahlreiche Feierlichkeiten anstehen. In Oberösterreich wartet man ab.

Den Christkindlmarkt besuchen, auf einem Ball bis in die frühen Morgenstunden tanzen oder die Weihnachtsfeier mit den Kollegen genießen - immer mehr Frauen quälen bei dem Gedanken an die kommenden Feierlichkeiten auch Sorgen, zumal es in den vergangenen Monaten vermehrt zu sexuellen Attacken gekommen ist. Alleine im Finstern nach Hause oder zum Parkplatz gehen - da packt viele die Angst. Deshalb gibt es in Graz und Klosterneuburg Abhilfe. In Wien fordert nun die FPÖ einen Sicherheitsdienst.

In Oberösterreich gibt es noch nichts Derartiges, aber: "Wir haben bereits in Graz angefragt, möchten wissen, wie das ,Heimweg- Telefon‘ angenommen wird. Auch der Begleitdienst ist interessant, auch wenn es finanziell derzeit nicht möglich ist - vielleicht nächstes Jahr", überlegt der Linzer FP- Vize- Bürgermeister Detlef Wimmer, vor allem im Hinblick auf den bald öffnenden Christkindlmarkt. Der Ordnungsdienst habe in den kommenden Wochen aber ohnehin den Markt als Schwerpunkt, auch die Polizei sei verstärkt im Einsatz.

Zusätzliche Security in Wels

In Wels, wo es beim letzten Volksfest zu zahlreichen sexuellen Übergriffen auf Frauen gekommen war, öffnet demnächst die Welser Weihnachtswelt: "Einen extra Begleitservice halte ich für einen Marketingschmäh, aber es wird hier zusätzliche Security- Mitarbeiter geben", beruhigt der Welser Stadtmarketing- Chef Peter Jungreithmair.
Würde ein Kunde einen Begleit- Service bei einem Event wünschen, würde man dies natürlich gerne machen, weiß Jochen Grüneis vom Austria Security Team - siehe auch unser Interview unten.

"Am besten wäre kurzer Weg zu Taxis"

Beim Austrian Security Team hat Jochen Grüneis auch die Auftragsabwicklung  über. Er hat  noch keine Anfragen zu Begleitdiensten.

Viele Frauen fürchten sich, nach einer Veranstaltung alleine nach Hause zu gehen. Berechtigt?
Das alleine Heimgehen war bei Frauen schon immer ein Thema, sie sollten es auch nicht machen. Aber es wäre schade, wenn sie vor lauter Angst einem Fest fernbleiben.

Ist ein Begleitservice also eine gute Idee?
Das ist ein heikles Thema, wir haben auch noch keine Anfragen. Wenn ein Veranstalter das möchte, würden wir es natürlich tun. Aber  es gibt auch eine Eigenverantwortung. Außerdem helfen wir Frauen auch jetzt schon im Rahmen des Möglichen gerne.

Das bedeutet?
Wenn eine Dame einen unserer Mitarbeiter bittet, sie durch die Dunkelheit zum Auto zu begleiten, wird er das natürlich machen, sofern er damit nicht eine andere Pflicht verletzt. Aber viele scheuen sich, zu fragen.

Was wären noch wichtige Sicherheitsmaßnahmen
Am sinnvollsten ist es, wenn bei Veranstaltungen genug Taxis gleich nebenan zur Verfügung stehen, dann entfällt der Weg.

06.11.2016, 23:48
Jasmin Gaderer, Kronen Zeitung
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