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21.08.2017 - 01:51
Foto: Krone

Bald nach Entführung erschlagen

24.04.2008, 08:49
Der Kopf zertrümmert, ein Finger abgeschnitten: Das irakische Geisel-Opfer Bert Nussbaumer (26) aus Neukirchen bei Altmünster dürfte bald nach seiner Entführung erschlagen und verscharrt worden sein. Ob schon vor einem Jahr oder erst vor sechs Monaten konnte bei der Obduktion in Linz jetzt nicht mehr festgestellt werden.

Klar ist nur, dass der speziell ausgebildete Elite- Soldat bei einer US- Sicherheitsfirma ein Opfer des Geldes wurde: 10.000 Dollar Monatssold lockten ihn in den Irak, 100.000 Dollar Lösegeld forderten die 40 uniformierten Kidnapper gleich am 16. November 2006, kurz nachdem sie 37 Lkw bei Basra an einem vorgetäuschten Checkpoint gestoppt und fünf amerikanische Securities entführt hatten. Aber auch ihre später erhöhte Forderung von 150.000 Dollar wurde nicht erfüllt, nachdem sie am 3. Jänner 2007 Video- Interviews ihrer Gefangenen veröffentlicht hatten.

DNA- Spuren beim FBI

Dann folgten Totenstille und Rätselraten, bis am 12. März ´08 das FBI bekannt gab, DNA- Spuren der Geiseln erhalten zu haben. Zwei Wochen später wurden fünf überführte Leichen identifiziert und obduziert. Am 28. März trafen die Angehörigen in Minneapolis zusammen. Dort bekamen auch seine Mutter Maria Nussbaumer und zwei Geschwister die traurige Gewissheit, dass Bert tot ist: totgeprügelt!

Überführung veranlasst

Die Familie veranlasste die Überführung und Untersuchung der Leiche. Die Welser Staatsanwaltschaft beauftragte den Linzer Gerichtsmediziner Dr. Johann Haberl mit einer zweiten Obduktion der Reste des Toten. Schwierig, weil bei einer ersten Autopsie offenbar Schusswunden und Projektile gesucht worden waren, aber jede Information über alle bisherigen Untersuchungsergebnisse fehlt. Deshalb ist auch keine seriöse Aussage möglich, wann der Oberösterreicher im Irak ermordet worden ist, wie lange seine Leiche im Lehm verscharrt blieb, wann sie gefunden und wie sie gelagert wurde.

„Unser einziger Wunsch ist es jetzt, unseren Bert in Ruhe und Würde begraben zu können“, sagt Maria Nussbaumer, aber nicht, wann die Beerdigung sein wird: Die Familie will allein Abschied nehmen, ohne weiteren Medienrummel um das Entführungsopfer.

 

Foto: "Krone"

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