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20.08.2017 - 23:43
Für die Einsatzorganisationen ist ein Durchkommen auf der dreispurigen Aâ0051 oft nur schwer möglich.
Foto: FOTOKERSCHI.AT/KERSCHBAUMMAYR

„Autolenker sind mit Rettungsgasse überfordert“

13.07.2017, 09:03

Nach dem dramatischen Hühnertransporter- Unfall vergangene Woche auf der A 1 bei Sankt Florian ist (wieder einmal) eine Diskussion über Funktionalität und Sinnhaftigkeit der Rettungsgasse ausgebrochen. Rücksichtslose Lenker hatten diese blockiert, Einsatzkräfte steckten im Stau vor der Unfallstelle fest. "So kann es nicht weiter gehen", poltert Helmut Födermayr, Feuerwehr- Chef im Bezirk Linz- Land.

"Nicht auszudenken, wenn ein Mensch stirbt, weil wir verspätet zur Unfallstelle kommen, weil die Zufahrt blockiert ist", sagt Bezirksfeuerwehr- Chef Födermayr. Diese Gefahr könne er reinen Gewissens nicht länger auf sich beruhen lassen, das Problem müsse endlich öffentlich thematisiert werden. "Fakt ist: Im dreispurigen Autobahnbereich funktioniert die Rettungsgasse leider nicht", erklärt der 48- Jährige.
Die Asfinag verschließe seiner Ansicht nach bisher die Augen. "Die selbst ernannten Experten wollen offenbar nicht wahrhaben, welche Probleme wir in der Praxis damit haben", meint Födermayr - siehe auch Interview.

Internationale Regeln nötig

Hartwig Hufnagl, Leiter des Verkehrsmanagements der Asfinag rät, den Ball flach zu halten: "Auch wir teilen das Interesse der Blaulichtorganisationen, dass die Verkehrsteilnehmer korrekte Rettungsgassen bilden." Man sei auch ständig bemüht, mittels breit angelegter Info- Kampagnen die Fahrzeuglenker entsprechend zu sensibilisieren. Hufnagl: "Wir verstehen natürlich den Ärger über all jene Verkehrsteilnehmer, die sich nicht an die geltenden Regeln halten. Wir appellieren daher auch an die Exekutive, diese schwarzen Schafe stärker in die Pflicht zu nehmen, sodass sie es kräftig im Geldbörsel spüren."
Johann Thumfart, Vize- Chef der Landesverkehrsabteilung, betont, dass auf internationalen Durchzugsrouten die Rettungsgasse kaum funktioniert. "Es wäre dringend nötig, europaweit endlich einheitliche Regeln zu schaffen. Viele Autolenker sind derzeit einfach überfordert."

Jürgen Pachner, Kronen Zeitung

Helmut Födermayr (48), Feuerwehrchef in Linz- Land, plant ein Video für Fahrschulen, das zeigen soll, wie die Rettungsgasse funktioniert.

Krone: Probleme mit der Rettungsgasse machen Feuerwehren das Leben schwer.
Helmut Födermayr: Uns verfolgen die speziell auf der A 1 und der A 25 seit Jahren. Mittlerweile erreicht das Ausmaße, die nicht mehr akzeptiert werden können. Das nicht anzuprangern hieße, wissentlich in Kauf zu nehmen, dass deswegen vielleicht ein Mensch ums Leben kommt, weil wir bei der Zufahrt aufgehalten wurden. Wir brauchen dringend eine echte Lösung!

Krone: Wer sind diese rücksichtslosen Lenker?
Födermayr: Es sind sowohl ausländische als auch inländische. Viele zeigen einfach kein Verständnis dafür, dass wir durchwollen, um Menschenleben zu retten. ,Das interessiert mich nicht‘, bekommt man nicht selten zur Antwort.

Krone: Sie fühlen sich mit Ihrem Problem im Stich gelassen?
Födermay: Bei der Asfinag weiß man entweder nicht, wie schlecht das in der Praxis funktioniert oder will es einfach nicht wahrhaben.

Krone: Sie wollen jetzt aber auch selbst aktiv werden?
Födermayr: Wir wollen ein Video drehen, das zeigt, wie die Rettungsgasse funktioniert. Das Land hilft uns bei der Finanzierung. Es soll in allen Fahrschulen gezeigt werden.

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