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20.09.2017 - 22:27
Foto: APA/Hannes Markovsky

Aufatmen nach drei Tagen Hochwasseralarm

27.06.2009, 11:12
Erstes Aufatmen nach drei Tagen Hochwasser in Oberösterreich: Die Wasserstände aller Flüsse und Bäche gehen zurück, im ganzen Land begannen die Aufräumungs- und Säuberungsarbeiten. Obwohl die Regengüsse dem Katastrophensommer von 2002 in nichts nachstanden, entstanden weniger Gebäudeschäden als vor sieben Jahren. Laut Wetterexperten ist es aber noch zu früh zum Jubeln: Gewitterregen und Schneeschmelze könnten in den nächsten Tagen zu neuen Fluten führen!

Am Freitagvormittag waren nur mehr drei Feuerwehren im Einsatz, um Keller auszupumpen. Weil der Grundwasserspiegel sehr hoch ist, kommt es immer wieder zu Wassereintritten. "Wir gehen aber davon aus, dass wir bald einen Punkt setzen können hinter das Thema", hieß es beim Landesfeuerwehrkommando.

"Mit einem blauen Auge davongekommen"

"Oberösterreich ist mit einem blauen Auge davongekommen“, resümierte Landeshauptmann Josef Pühringer, als der einwöchige Dauerregen Pause machte. Das bestätigte auch der Steyrer Bürgermeister Gerald Hackl, dessen Stadt traditionell in Oberösterreich immer zu den ersten Hochwasseropfern zählt: „Die Schäden sind voraussichtlich gering, es sind in erster Linie Reinigungsarbeiten erforderlich.“

Bis fünf Millionen Euro Schaden

Bis zu fünf Mllionen Euro Schaden könnte das Hochwasser in Oberösterreich angerichtet haben. 150 Gebäude wurden beschädigt, 600 Hektar landwirtschaftlicher Flächen geflutet. Der Ernteverlust wird auf knapp eine Million Euro geschätzt. Diese Zwischenbilanz zog Landeshauptmann Josef Pühringer.

700 Feuerwehren mit 9.000 Leuten waren im im Einsatz, das sind drei Viertel aller Feuerwehren in Oberösterreich. 30.000 Sandsäcke wurden gefüllt und gelegt. Durch den präventiven Einsatz der Helfer habe man den Schaden begrenzen können, dankte Pühringer allen Beteiligten.

Katastrophenfonds refundiert bis 50 Prozent

Die Hauptschadensgebiete befinden sich entlang der Flüsse Krems, Traun und Donau. Pühringer verwies auf den Katastrophenfonds des Landes, der 30 bis 50 Prozent der anerkannten Reparaturkosten refundiere.

Hochwasser- Statistik

Wetterstatistiker rechneten inzwischen die Rekorde des jüngsten Hochwassers aus: In Micheldorf fiel innerhalb von drei Tagen mit 195 Litern pro Quadratmeter mehr Regen als beim Jahrhunderthochwasser vor sieben Jahren im Mühlviertel. Nur in den niederösterreichischen Gemeinden Lunz/See und Oberndorf gab’s mehr Niederschlag. Rekorde gab’s in Traun mit einem Pegel von 579 Zentimetern sowie in Enns und Steyr mit 547 Zentimetern. „Derzeit sind noch 170 Hochwasserschutzprojekte in Bau – wir hoffen, sie werden fertig, ehe die nächste Flut kommt“, will Landesrat Rudi Anschober die Arbeiten vorantreiben.

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