Angst vorm Smartphone

21.04.2017, 06:00
Professor Rudolf Winter-Ebmer von der Linzer Kepler-Uni
Foto: Christoph Gantner

Mein Smartphone, das unbekannte Wesen - immer mehr hochbetagte Menschen haben ein Smartphone, doch meist nutzen sie es nicht. Das ist das Ergebnis einer großen bundesweiten Seniorenumfrage der Kepler Uni in Zusammenarbeit mit dem Christian- Doppler- Labor und dem Seniorenhandyhersteller Emporia.

Für die Jungen sind Tablet und Smartphone so alltäglich wie Messer und Gabel. Doch wie sieht es bei den Älteren aus? Im Zuge der EU- weiten SHARE- Langzeitstudie befragten Wissenschafter der Linzer Uni bundesweit 3112 Personen über 50 Jahren, wie sie es mit sozialen Netzwerken, sprachgesteuerten Computern & Co. halten. Das Durchschnittsalter der Befragten betrug 69 Jahre. Interessant: Am positivsten wurde (mit 64%) der persönliche Notfallalarm bewertet, gefolgt vom Sturzalarm (56%)und  dem Trackingsystem (54%). Eigentlich logisch: Je älter und hinfälliger die Menschen werden, desto wichtiger werden für sie solche Schutz- und Hilfssysteme. Das Smartphone, also  internetfähige Handys, wurde nur von jedem zweiten als wichtige Neuerung eingeschätzt. Die Schlusslichter dieser "Hitliste" bildeten  Fitness- Armbänder  und Körperfettmessgeräte.

Wenig überraschend findet die Generation 50 bis 59 Jahre Tablets und Smartphones gut, doch dann sinkt die Begeisterung deutlich. Weniger als 20 Prozent der über 80- Jährigen können sich für die modernen Kommunikationsmittel erwärmen, so Rudolf Winter- Ebmer von der Kepler- Uni. Eveline Pupeter von Emporia setzt auf besonders einfache Handys und Software: "Senioren sind ein riesiger Zukunftsmarkt."


von Christoph Gantner