Willkommen
|
Facebook Twitter Google Plus
21.09.2017 - 13:05
Foto: Markus Wenzel

Adieu, liebe alte Pöstlingbergbahn

16.03.2008, 01:00
Die Pöstlingbergbahn gehört zu Linz wie die Donau, die Dreifaltigkeitssäule oder die Linzer Torte. Seit 110 Jahren ist sie eine große Attraktion der Landeshauptstadt! Eine Fahrt mit ihr, vielleicht gar bei Schönwetter im offenen Triebwagen, hat Generationen von Menschen Freude bereitet.

Ihren 110. Geburtstag wird „die steilste Adhäsionsbahn Europas auf Schienen“, so wird sie im Guinnessbuch der Rekorde gepriesen, nicht auf Schienen feiern. Denn nach Ostern heißt es vorerst: „Adieu, liebe, alte Pöstlingbergbahn!“

Verlängerung zum Hauptplatz

Die Pöstlingbergbahn wird bekanntlich von Urfahr bis zum Linzer Hauptplatz verlängert und modernisiert. Sie wird ein neues Gesicht bekommen. Eine moderne Generation von nostalgisch gestylten Niederflurtriebwagen und drei revitalsierte alte Triebwagen werden im Kulturhauptstadtjahr 2009 die verlängerte Strecke bedienen. Die „Krone“ hat darüber ausführlich berichtet. Die historische Talstation in Urfahr hat dann ausgedient und wird als Museum die Erinnerung an die „alte Bahn“ lebendig halten.

Die Errichtung der Pöstlingbergbahn, die auf ihrer 2,9 Kilometer langen Trasse 255 Höhenmeter überwindet, war angesichts einer Trassenführung mit einer Maximalsteigung von 11,6 Prozent eine technische Meisterleistung ihrer Zeit. Ihr geistiger Vater ist ein Josef Urbanski. Der Ingenieur aus Galizien kam 1889 beruflich nach Linz. Der Pöstlingberg verzauberte ihn, die Idee einer Bahn ließ ihn nicht mehr los. 1891 eröffnet Urbanski „dem Hohen k.k. Ministerium“, dass er „mit Vorarbeiten zur Anlage einer Zahnrad- Bahn mit dem Ausgangspunkte Urfahr auf den Pöstlingberg“ beschäftigt sei.

Finanzielle Mittel fehlten

Doch der Konzessionswerber verfügt nicht über die finanziellen Mittel und erleidet ein zermürbendes, typisch österreichisches Erfinderschicksal. Urbanski findet im Wiener Bauunternehmer Gotthard Ritter von Ritschel zwar endlich einen Partner - für ihn aber nicht den Richtigen, wie sich herausstellen sollte.

Als 1897 mit dem Bau einer elektrischen Adhäsionsbahn begonnen wird, ist Urbanski schon auf der Strecke geblieben. Die Bauverantwortlichen sind die Ingenieure Hermann Danner und Emil Futter. Urbanski verliert einen Gerichtsprozess über seine Urheberschaft und verlässt bitter enttäuscht Linz. Die Gemeindeverwaltung lässt ihm „in Anerkennung seiner vielen Mühen des Projectes“ 100 Gulden zukommen - ein besseres Almosen…

Eröffnung am 29. Mai 1898

Mit einem dreifachen Hoch auf den Präsidenten der „Tramway- und Elektricitäts- Gesellschaft Linz- Urfahr“, den Rechtsanwalt Dr. Carl Beurle, wird die Pöstlingbergbahn zu Pfingsten am 29. Mai 1898 bei wolkenbruchartigen Regen eröffnet. Im offenen Wagen seien die Ehrengäste, die wenige Tage zuvor bei einer rasanten Talfahrt noch verängstigt abgesprungen waren und sich blaue Flecken geholt hatten, pitschnass geworden, ist darüber nachzulesen.

Urbanski bleibt völlig unerwähnt. 1903 stirbt der vergessene „Vater der Pöstlingbergbahn“ verbittert im Alter von erst 57 Jahren in Wien nach Gehirnschlag.

 

Foto: Markus Wenzel

Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Werbung
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2017 krone.at | Impressum