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25.09.2017 - 15:47
Foto: Peter Tomschi

70.000 Oberösterreicher bereits internetsüchtig!

25.02.2008, 01:00
70.000 Oberösterreicher sollen laut Statistiken nicht mehr die Finger vom Internet lassen können. Experten befürchten, dass diese Suchtfälle in den nächsten Jahren weiter sehr stark zunehmen werden, denn das Netz nimmt einen immer größeren Teil unseres alltäglichen Lebens in Beschlag. Wie bei jeder Sucht bleibt schließlich auch hier nur noch der Weg in die Therapie.

„Je mehr das Internet unser Leben durchdringt, desto mehr Menschen werden eine Internet- Sucht entwickeln. Ich rechne fest mit einem starken Zuwachs“, erklärt der Psychotherapeut Dr. Anton Tölk aus Linz.

Gerade einsame junge Menschen sind in Gefahr, der virtuellen Welt zu verfallen. Doch die Kontakte, die in Chatrooms und bei Online- Games geknüpft werden, können nicht mit normalen zwischenmenschlichen Beziehungen verglichen werden. „Austausch zwischen Fremden via Internet ist Scheinkommunikation. Die Gesprächsteilnehmer sind nicht sie selbst, sie nehmen Rollen an, das Internet führt so in die Isolation“, sagt der Experte.

Internet- Süchtige weisen typische Merkmale eines Abhängigen auf: Das Verlangen nach der virtuellen „Droge“ wird immer stärker, sie verlieren die Kontrolle, werden von Schuldgefühlen geplagt, die Sucht bestimmt das ganze Leben.

Als erste Maßnahme rät Tölk, den Betroffenen auf seine Sucht anzusprchen und gemeinsam einen Weg zu suchen, den Internetverbrauch einzuschränken. Wenn der Süchtige jedoch seine Sucht herunterspielt und sie dann heimlich betreibt, ist ein Psychotherapeut nötig, der ein individuelles Programm ausarbeitet. „Der Süchtige muss sich selbst Grenzen setzen, denn in unserer Welt ist es nicht mehr möglich, sich vom Internet ganz abzukoppeln“, erklärt der Experte: „Wirksamster Schutz gegen diese Sucht ist noch immer ein gutes soziales Umfeld.“

Symbolbild: Peter Tomschi

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