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20.09.2017 - 12:39
Mit dem Pokal soll Ingrid Sch. erschlagen worden sein. Spuren von St. sind darauf keine zu finden.
Foto: Markus Wenzel, Krone

13 neue Zeugen sollen Gmundner endgültig entlasten

07.01.2017, 11:43

Festgenommen, vor Gericht gestellt - und zu 20 Jahren Haft verurteilt! Im Fall des Mordes an einer Gmundner Tanzlehrerin  fahren die Anwälte von  Helmut St. (41) jetzt immer schärfere Geschütze auf: Sie werfen den Ermittlern des Landeskriminalamtes vor, dem Gericht entlastende Aussagen von 13 Zeugen vorenthalten zu haben. Zudem gebe es auf der Tatwaffe keine belastenden Spuren!

"Krone"- Leser wissen, dass der renommierte Salzburger Strafverteidiger Franz Gerald Hitzenbichler bei Gericht einen Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens eingebracht hat. Er setzt sich somit für jenen Gmundner (41) ein, der wegen Vergewaltigung und Mordes durch Unterlassung rechtskräftig zu 20 Jahren Haft verurteilt worden war. Hitzenberger sowie sein Linzer Kollege René Haumer sind überzeugt davon, dass der Falsche sitzt - dass nicht Helmut St. der Mörder ist, sondern ein Unbekannter.

Viele neue Fragen

In der Hand haben die Advokaten einiges: So habe man erst jetzt Einblick in die Aussagen von 13 Personen bekommen, die nach der Bluttat im Juli 2013 von der Polizei einvernommen wurden. "Diese Aussagen wurden dem Gericht vorenthalten. So etwas darf es in Österreich nicht geben", sagen die Anwälte und haken unter anderem dort ein.

"Nicht dazu beigetragen, Helmut St. zu entlasten"

Die Aussagen dieser Zeugen, bei denen es sich  auch um angesehene Personen aus der Traunseestadt handelt, würden neue Fragen eröffnen. "Etwa, dass Ingrid Sch. sehr wohl einen engeren Kontakt mit fremden Männern pflegte und sie auch mit St. bekannt war. Es wurde von den Ermittlern nichts dazu beigetragen, ihn zu entlasten", sagen die Anwälte. Weiterer Punkt, warum die Juristen eine Vergewaltigung ausschließen: Zeugen hätten Sch. in der Tatnacht an der Bar um den späteren Verdächtigen "tänzeln" sehen  - was zeigen soll, dass sie  um den Mann geworben hätte. "Eine Vergewaltigung kann es also keinesfalls gewesen sein."

Ehemalige Lehrerin setzt sich für Verurteilten ein

Größtes Ass  im Fall ist  die angebliche Tatwaffe: Wie berichtet, lag neben der Frau ein Pokal. Darauf befindet sich Blut des Opfers  - aber keine DNA des Verurteilten. Sehr wohl wurden allerdings Spuren einer unbekannten Person entdeckt - die des Mörders? Ein Personenkomitee setzt sich jetzt für die Wiederaufnahme des Falles ein. Darunter St.s ehemalige Religionslehrerin Katharina Hammerer und sein Freund Wilfried Huber. Beide sind sicher: "Er war es nicht!"

Redakteur
Robert Loy
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