Willkommen
|
Facebook Twitter Google Plus
16.08.2017 - 15:43
Foto: apa

Zwölf Jahre Haft für messerstechende Räuberin

17.08.2009, 10:11
Eine 34-Jährige ist Montagmittag wegen schweren Raubes und absichtlicher schwerer Körperverletzung zu zwölf Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden. Vom Verdacht des versuchten Mordes wurde die Angeklagte freigesprochen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Frau hatte am 26. Februar ein Postamt in Klosterneuburg-Kierling (Bezirk Wien-Umgebung) überfallen und 33.000 Euro erbeutet. Nach Erhalt des Geldes versetzte sie der gleichaltrigen Angestellten einen lebensgefährlichen Messerstich in die Brust, der in die Lunge eindrang.

In der Urteilsbegründung verwies Richter Gernot Braitenberg auf Milderungsgründe wie den ordentlichen Lebenswandel der zweifachen Mutter (der Strafrahmen für schweren Raub liegt bei fünf bis 15 Jahren Haft). Erschwerend sei das Zusammentreffen zweier Verbrechen.

"Außergewöhnliche Brutalität"

Wenn auch Raubüberfälle "leider massiv zunehmen", so sei dieser Fall von "außergewöhnlicher Brutalität" und Heimtücke geprägt, wie sie ihm in seiner 25- jährigen Laufbahn noch nicht vorgekommen sei, sprach der Richter von einem nach dem vollendeten Raub "sinnlosen Einstechen" auf das Opfer, das zudem gar keinen Widerstand geleistet habe.

Motiv für das Verbrechen war Geldnot. Laut Staatsanwaltschaft hatte die zweifache Mutter ihrem Lebensgefährten gute finanzielle Verhältnisse vorgespiegelt, während sie tatsächlich Schulden hatte. Am 27. Februar war ein bestelltes neues Auto abzuholen und damit auch zu bezahlen - am Tag davor setzte sie den Gedanken, sich durch einen Überfall Bares zu beschaffen, in die Tat um.

"Überfall, Geld von Tresor, bin bewaffnet"

Sie schrieb einen Zettel "Überfall, Geld von Tresor, bin bewaffnet" und rief am Postamt an, um die vorgetäuschte Abgabe von schweren Paketen anzukündigen und die Angestellte damit zum Hintereingang des Gebäudes zu locken. Dort bedrohte die mit schwarzer Haube und schwarzem Schal Vermummte ihr Opfer mit einem mitgebrachten Messer und drängte es zum Tresor.

Der laut Gutachten mit starker Gewalt ausgeführte Messerstich war auf einem Video dokumentiert, das den Geschworenen gezeigt wurde. Die Postangestellte ging schwer verletzt zu Boden, konnte dann aber noch einen Alarm absetzen und die Polizei anrufen, wobei sie auch das vorrangegangene Telefonat erwähnte.

"Da gehört schon was dazu"

"Wenn die Postangestellte tot gewesen wäre, hätte sie das nicht aussagen können." Mit diesem Argument zog der Richter die Darstellung der Angeklagten, sie hätte ihr Opfer nur am Arm treffen und damit an der Verfolgung hindern wollen, in Zweifel. Und weiter: "Jemand mit einem Messer zu stechen, da gehört was dazu!"

Aus Sicht des Staatsanwalts stach die Frau wohl in der Angst zu, erkannt worden zu sein. Die - durch die Bedrohung geschockte - Postangestellte habe sie so "angestarrt", hatte die Verdächtige bei ihrer polizeilichen Einvernahme gesagt. Die Schwerverletzte wurde im Krankenhaus notoperiert. Über ihre Telefonnummer wurde die Verdächtige zwei Tage nach der Tat ausgeforscht. "Es tut mir alles sehr leid", meinte die 34- Jährige am Montag vor Gericht.

Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Werbung
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2017 krone.at | Impressum