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22.08.2017 - 14:20
Foto: dpa/dpa-Zentralbild/Z1003 Jens Büttner

Zwist um Gebühren- Befreiung für Landesbedienstete

04.03.2010, 14:53
Dass die landeseigene Hypo Landesbank jene Kunden, die im Dienst des Landes Niederösterreich stehen, von den Kontogebühren befreit, sorgt bei anderen Hypos in Österreich für Kopfschütteln. Doch nicht nur das: Bei den Grünen in Niederösterreich herrscht darüber hinaus sogar pure Empörung.

Im "Hypo- Landesbedienstetenpaket" bietet die Hypo- Landesbank für Niederösterreich- Wien "allen niederösterreichischen Landesbediensteten attraktive Vorteile zu speziellen Konditionen" an. Die Bank bezeichnet das freilich als "Aktion". Kostenlos ist demnach ein Gehaltskonto pro Landesbedienstetem (Bankomatkarte, Kontoführung, sämtliche Buchungszeilen gratis).

Andere Landes- Hypos negativ eingestellt

In der Hypo- Oberösterreich (die zu Raiffeisen gehört) gibt es dagegen keine Gratiskonten für Landesbedienstete, in der Hypo- Tirol ist solches ebenfalls nicht Praxis. Und bei der Hypo- Vorarlberg gibt’s zu dieser Frage ebenfalls "ein klares Nein: Landesbedienstete erhalten bei im Ländle kein Gratis- Gehaltskonto." Und selbst bei der Kärntner Hypo Alpe Adria habe es so etwas nicht gegeben, und das sei auch heute so, wie eine Sprecherin mitteilte.

"Das wäre den anderen Kunden gegenüber unfair", meinte am Donnerstag ein Hypo- Banker aus einem westlichen Bundesland, der namentlich nicht genannt werden wollte. Was die einzelnen Hypos aber gemeinsam haben: "Gute" bis "sehr gute" Konditionen bei Kontopaketen, spezielle Vergünstigungen bei Zinssätzen (Einlagen/Kredite) oder etwa halbierte Depotgebühren für die Klientel vom Land. "Aber das können andere Berufsgruppen auch immer wieder aushandeln", hieß es aus mehreren Hypos. Alle Geldinstitute buhlten derzeit mit speziellen Aktionen um Kunden.

Grüne sehen "zum Himmel stinkende Ungerechtigkeit"

Für die Finanzsprecherin der Grünen in Niederösterreich, Helga Krismer, sind vor allem die Gratiskonten der niederösterreichischen Hypo für die Landesbediensteten, aber auch halbe Sätze bei anderen Gebühren für Landes- Beschäftigte und ihre Angehörigen "eine zum Himmel stinkende Ungerechtigkeit". Laut Bankenrechner bedeute dies eine Ersparnis von 96 Euro pro Jahr. "Über Haider wurde gelacht, wenn er 100- Euro- Scheine verteilt hat". Sie lehne eine Neidgesellschaft ab, sagte Krismer, aber ein solcher Bonus speziell für privilegierte Berufstätige, die besonders sichere Jobs hätten, sei untragbar. Auch die Angehörigen zahlten nur 27 Euro pro Jahr für die Kontoführung, wie aus dem Landesbediensteten- Paket hervorgeht.

Dass sich die niederösterreichische Hypo nicht an Gehaltskonten bereichere, sei zwar löblich, ätzte die Grüne, das müsse dann aber für alle Menschen in Niederösterreich gelten. Sie forderte daher die Eigentümervertreter, namentlich Landeshauptmann Erwin Pröll und seinen Stellvertreter Wolfgang Sobotka, auf, "diese Ungleichbehandlung der Landsleute aufzuheben".

Hypo- Vorstand verteidigt Aktion

Hypo- Vorstand Michael Martinek verteidigte die seit Jänner 2010 und bis auf weiteres laufende Konto- Aktion für Landesbedienstete freilich gegen Kritik. Das Gratis- Konto gebe es nur für elektronische Bankgeschäfte, das sei für Banken billiger und dies wolle man weitergeben. Kritik an diesem ganz spezifischen Kontopaket für Landesbedienstete wies Martinek als politisch" zurück.

Selbst wenn sie aus dem eigenen Hypo- Sektor kommt. Wie lang das Angebot läuft, hänge von der Zahl der dafür gewonnenen User ab. "Wir freuen uns über jeden Kunden". Als Potenzial nennt er "über 20.000 Landesbedienstete". Im Übrigen sei die Hypo- Landesbank nicht die erste Bank in Niederösterreich, die Landesbediensteten eine kostenlose Kontoführung anbiete. Die BAWAG habe dies in dem Bundesland auch schon einmal angeboten.

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