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25.09.2017 - 18:06
Foto: EPA

Zivilfahnder fassten Saddam Husseins Neffen in NÖ

22.06.2012, 11:11
Riesenerfolg für die Zivilfahnder der Polizei: Am Bahnhof von Traiskirchen in Niederösterreich ging ihnen mit Bashar N. ein wegen Terrorgefahr per internationalem Haftbefehl gesuchter Neffe des ehemaligen irakischen Diktators Saddam Hussein (im Bild bei seinem Prozess im Jahr 2006) ins Netz. Bei seiner Festnahme schrie der 42-Jährige sofort "Asyl". Der Risiko-Häftling wurde aus Sicherheitsgründen an einem geheimen Ort untergebracht. Jetzt muss geklärt werden, ob Österreich für das Asylverfahren zuständig ist.

Schleierfahndung am Bahnhof von Traiskirchen: Im Zuge einer Blitzaktion kontrollierten Polizisten in Zivil drei aufs Erste harmlos wirkende Ausländer am Bahnsteig. Keiner konnte einen Pass vorweisen, alle drei Angehaltenen behaupteten einstimmig: "Der Schlepper hat uns am Flughafen die Ausweise abgenommen." Also Festnahme.

Doch im Zuge der Einvernahme und vor allem aufgrund eines Fingerabdrucks war bald klar, dass es sich bei einem der drei Illegalen um den 42- jährigen Bashar N. handelt: den per Haftbefehl gesuchten Neffen des am 30. Dezember 2006 durch den Strang hingerichteten irakischen Diktators Saddam Hussein, wie am Freitagvormittag auch Karl- Heinz Grundböck, Sprecher des Innenministeriums, bestätigte. Wegen der "Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung" fahndet der Irak weltweit nach dem seit sechs Jahren untergetauchten Verwandten des einstigen Schlächters.

Anspruch auf Asylverfahren?

Deshalb hatte der Verhaftete auch mit allen Mitteln versucht, die österreichischen Ermittler in die Irre zu führen. Ob die drei Iraker tatsächlich, wie sie behaupteten, von einem Schlepper für 12.000 US- Dollar mit gefälschten Papieren von Istanbul nach Wien gebracht wurden, ist für die Asylfrage von großer Bedeutung. Denn: Ist Bashar N. am Luftweg illegal eingereist, so hat er Anspruch auf ein Asylverfahren in Österreich. Wenn er aber über den Landweg gekommen ist, dann ist das dementsprechende Drittland zuständig.

Untergebracht wurde Bashar N. inzwischen nicht im Flüchtlingslager von Traiskirchen. Das Sicherheitsrisiko wäre zu groß. Rachesüchtige Iraker könnten Saddams Neffen erkennen. So wurde der "prominente" Asylwerber aus dem Irak vorerst an einem geheimen Ort gebracht.

22.06.2012, 11:11
Christoph Matzl und Thomas Schrems, Kronen Zeitung/AG/red
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