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19.08.2017 - 02:36
Alois Huber brachte sich in seinem Haus in Großpriel um.
Foto: Franz Crepaz, Paul Plutsch

Verlassenschaft auf 421.700 Euro geschätzt

27.11.2014, 07:45
Im Konkursverfahren über die Verlassenschaft des Wilderers und Amokläufers von Annaberg, Alois Huber, liegt nun ein Gutachten über die Verkehrswerte der Liegenschaften samt Gebäuden in Großpriel sowie der Wald- und Wiesengrundstücke in Pöchlarn vor. Der Wert wird auf insgesamt 421.700 Euro geschätzt. Binnen zehn Tagen können nun verbindliche Kaufangebote an den Masseverwalter Johann Huber erfolgen.

Das Gutachten umfasst 143 Seiten. Die 3,79 Hektar große Liegenschaft in Großpriel, wo sich auch das Elternhaus befindet, umfasst unter anderem ein dreigeschoßiges Einfamilienhaus samt Schutzraum und Weinkeller, Outdoor- Schwimmbecken, Garage, Garten sowie einen Vierkanthof mit Stall- und Scheunentrakt. Darüber hinaus gibt es am Areal diverse Maschinenhallen, Freigelände und eine Kapelle. Für die Eltern des Wilderers besteht ein lebenslanges Wohnrecht.

20 Interessenten für Liegenschaften

Daneben werden die insgesamt 6.562 Quadratmeter großen Wald- und Wiesenstücke in Pöchlarn, die als Grünland ausgewiesen sind, als Ganzes veräußert. Der vom Gutachter bezifferte Schätzwert wurde mit 8.200 Euro angegeben. Bereits im Vorfeld hätten sind rund 20 Menschen für die Liegenschaften interessiert, so der Masseverwalter, zudem habe es in den vergangenen zwei Tagen Besichtigungstermine gegeben.

Mitte Februar waren bei der Tagsatzung im Konkursverfahren in St. Pölten 7,4 Millionen Euro von den Gläubigern an Forderungen angemeldet worden. Davon erkannte der Masseverwalter 3,8 Millionen Euro an. Bei den Forderungen handelte es sich vorwiegend um Schadenersatzansprüche - Alois Huber waren zahlreiche Straftaten zugeordnet worden, darunter auch Einbruchsdelikte sowie Brandstiftungen. Hinzu kommen die Ansprüche der Hinterbliebenen der Opfer.

Wilderer nahm sich nach Tat das Leben

Die Morde von Annaberg waren einer der spektakulärsten und gleichzeitig tragischsten Kriminalfälle überhaupt in Österreich. Am 17. September 2013 hatte Alois Huber drei Polizeibeamte und einen Sanitäter erschossen. Danach verschanzte sich der 55- Jährige auf seinem Hof, ein Großaufgebot an Einsatzkräften, die unter anderem auch mit drei Panzern des Bundesheeres anrückten, umstellte daraufhin das Gebäude.

Als die Beamten nach Stunden den Vierkanthof stürmten, fanden sie in einem Geheimraum im Keller die Leiche des 55- Jährigen vor - Alois Huber hatte sich durch einen Kopfschuss das Leben genommen. Laut Polizeiabschlussbericht soll der Wilderer 108 Straftaten, vorwiegend in Niederösterreich und der Steiermark, seit 1994 verübt haben. Der festgestellte Gesamtschaden beläuft sich auf rund zehn Millionen Euro.

Am 17. September 2014 - also ein Jahr nach der schrecklichen Tat - wurde bei einem Festakt mit der Enthüllung eines Gedenksteins der vier Opfer von Annaberg gedacht .

27.11.2014, 07:45
AG/red
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