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21.08.2017 - 20:45
Foto: Andi Schiel

Unwetter zieht vom Wein- nun ins Wald- und Mostviertel

02.06.2010, 17:33
Noch einmal ordentlich Regen hat es in den vergangenen Stunden in Ostösterreich gegeben. Vor allem im Weinviertel und im Wiener Raum gingen von Dienstagabend bis zum Mittwochnachmittag an die 50 Liter Wasser pro Quadratmeter nieder, berichteten Meteorologen. Zunächst war das Weinviertel von Überflutungen stark betroffen, in den nächsten 24 Stunden werde sich der Schwerpunkt ins Wald- und Mostviertel verlagern.

Die Situation dürfte sich jedoch bald entspannen, hieß es von der Hohen Warte: "Das Radarecho zeigt, dass die Niederschläge bereits nach Westen abziehen. Am Nachmittag sind im Osten schon längere trockene Phasen zu erwarten." Weil die Böden in Ostösterreich kaum mehr Wasser aufnehmen können, seien lokale Überschwemmungen nicht ausgeschlossen. Das werde vor allem kleinere Flüsse betreffen, etwa im Raum Steyr oder im Mostviertel.

"Extrem hoher" Grundwasserspiegel im Weinviertel

Im Weinviertel wurde der Kampf gegen die Wassermassen bereits aufgenommen. Sieben Feuerwehren standen am Mittwoch mit 90 Mann im Einsatz. Schmida und Göllersbach traten über die Ufer, die Straßen in Seyring (Bild) in der Gemeinde Gerasdorf bei Wien (Bezirk Wien- Umgebung) standen am Mittwoch einen halben Meter unter Wasser, 300 Häuser waren überflutet, so das Landesfeuerwehrkommando.

"Das Problem dabei ist, dass wir kaum noch wissen, wohin mit dem vielen Wasser. Fast alle Auffangbecken sind voll", so Roman Putz von der Einsatzleitung in der Weinviertler Gemeinde. So wurde eine drei Kilometer lange Schlauchleitung gelegt, um das Wasser vom Ort hinaus auf Felder und Gräben zu bringen. Wie Feuerwehrsprecher Franz Resperger erläuterte, würden die Hausbesitzer das Wasser - verständlicherweise - aus ihren Kellern in die Kanalisation pumpen, die die Massen aber nicht mehr aufnehmen kann, weshalb das Wasser durch die Kanaldeckel auf die Straßen gedrückt wird. Neben den starken Niederschlägen habe auch der bereits "enorm hohe" Grundwasserspiegel die Situation verschärft.

Hochwassergefahr an der Donau "nicht exorbitant hoch" Beobachtet wurde auch der Wasserstand der Donau. Der Pegel Kienstock lag zu Mittag bei 5,33 Metern. Die kritische Marke von 7,50 Metern werde nicht erreicht werden, meinte Franz Resperger vom Landesfeuerwehrkommando. An der Donau sei die Hochwassergefahr "nicht exorbitant hoch", so ein Meterologe: Eine große Menge der Niederschläge sei in den Hochlagen als Schnee gebunden. "Die Leute leiden unter der Kälte. Aber wäre es um zehn Grad wärmer, gäbe es wahrscheinlich schon ein Hochwasser", so der ZAMG- Experte.

In der Wachau gebe es derzeit keine Notwendigkeit für vorsorgliche Maßnahmen wie mobiler Hochwasserschutz, so Resperger. In Klosterneuburg könnte allerdings die Rollfährestraße überschwemmt werden. An der Donau sei die Hochwassergefahr "nicht exorbitant hoch", so ein Meterologe: Eine große Menge der Niederschläge sei in den Hochlagen als Schnee gebunden. "Die Leute leiden unter der Kälte. Aber wäre es um zehn Grad wärmer, gäbe es wahrscheinlich schon ein Hochwasser", so der ZAMG- Experte.

Gemeiden im Mostviertel bereiten sich vor

Anhaltender Starkregen und steigende Pegel versetzten die Feuerwehren im Bezirk Amstetten in erhöhte Alarmbereitschaft. Bei weiteren Niederschlägen könnte sich die Lage in den Nachtstunden zuspitzen. In Ybbsitz wurde der Hochwasserschutz errichtet. Die Feuerwehr war schon seit den Morgenstunden aktiv, um gefährdete Stellen abzusichern. Die Gemeinde im Mostviertel war im vergangenen Jahr zweimal von Hochwasser betroffen. In der Feuerwehrzentrale Amstetten lagen 120.000 Sandsäcke bereit, teilte das Bezirkskommando außerdem mit. Witterungsbedingte Einsätze wurden aus Steinakirchen am Forst und Behamberg gemeldet.

Wegen Überflutungen bzw. für Auspumparbeiten mussten Feuerwehren am Freitag. auch in Enzersdorf im Thale (Bezirk Hollabrunn), Würnitz (Bezirk Korneuburg), Loosdorf (Bezirk Melk), Neulengbach (Bezirk St. Pölten), Purgstall a.d. Erlauf (Bezirk Scheibbs) und Atzenbrugg (Bezirk Tulln) ausrücken. In der Buckligen Welt wiederum, wo Gewitter eine Schneise der Verwüstung hinterließen, entschärfte  sich die Lage. Das Bundesheer hat mit 190 Mann und schwerem Gerät Verklausungen beseitigt, Behelfsbrücken errichtet und den Menschen in Hollenthon oder Krumbach bei Aufräumungsarbeiten geholfen. Allgemeiner Wunsch: "Dass der Wetterbericht stimmt – und am Samstag endlich der Sommer ins Land zieht."

Hohe Wahrscheinlichkeit für zu warmen Sommer

Am Freitag sollte die Schafskälte endlich überstanden sein: Die Temperaturen steigen von neun bis 14 Grad in der Früh auf Höchstwerte zwischen 16 und 22 Grad, die Niederschläge klingen ab. Am Samstag sollte bei 20 bis 28 Grad kaum eine Wolke den Himmel trüben. Am Sonntag steigt die Gewittergefahr, es bleibt aber sommerlich warm.

Laut ZAMG- Saisonprognose wird der Sommer "mit einer Wahrscheinlichkeit von fast 60 Prozent" sogar "zu warm" werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass Juni, Juli und August dem vieljährigen Mittel entsprechend bzw. zu kühl verlaufen werden, liege nur bei jeweils rund 20 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit für überdurchschnittliche Temperaturen im Juli betrage knapp über 50 und im August sogar fast 60 Prozent. Der bereits vorhergesagte Trend zu einer überdurchschnittlich warmen zweiten Sommerhälfte werde von aktuellen Berechnungen bestätigt.

von Christoph Matzl (Kronen Zeitung) und noe.krone.at

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