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22.08.2017 - 08:43

St. Pölten gedenkt Opfern "in aller Stille und Ruhe"

03.06.2011, 06:22
Ein Jahr ist es her, dass eine Gas-Explosion in St. Pölten fünf Menschen das Leben gekostet hat. Den Jahrestag am 3. Juni begehen Angehörige und Anrainer mit einem Gedenkgottesdienst um 8 Uhr - dem Zeitpunkt der Explosion - in der nahe gelegenen Josefskirche. Vonseiten der Stadt sind in Absprache mit der Familie, wie es hieß, keine Veranstaltungen geplant. Man werde den Opfern "in aller Stille und Ruhe" gedenken. Ob für das Unglück jemand zur Rechenschaft gezogen werden kann, ist indessen auch nach einem Jahr noch unklar.

Am 3. Juni 2010 flog bei einer Gasexplosion Ecke Munggenaststraße - Spratzerner Kirchenweg ein Haus in die Luft. Dabei kamen der 81- jährige Künstler Walter Aicher, seine 77- jährige Ehefrau, deren 52- jährige Tochter mit ihrem 53- jährigen nigerianischen Lebensgefährten sowie deren 17- jährige Tochter ums Leben. Eine zweite Enkeltochter Aichers und ein weiteres Ehepaar, die ebenfalls an der Adresse gemeldet waren, sich aber außer Haus befanden, hatten ebenso Glück wie ein weiterer Besucher.

Bericht noch im Juni fertig?

Auch nach einem Jahr ist noch unklar, ob für das Unglück jemand zur Rechenschaft gezogen werden kann. Staatsanwalt Karl Fischer kündigte an, noch im Juni seinen Vorhabensbericht fertigzustellen. Ob es eine Anklage geben wird oder nicht, werde aber erst bekanntgegeben, wenn die Oberstaatsanwaltschaft und das Justizministerium diesen geprüft und eine Entscheidung getroffen haben, was mehrere Monate dauern könnte.

Leck in Gasleitung als Ursache

Vier Gutachter - ein Brand- , ein elektrotechnischer, ein geologischer sowie ein Heizungs- und Anlagensachverständiger - haben in umfangreichen Expertisen ihre Erkenntnisse dargelegt und Anfang Februar an die Anklagebehörde geschickt. Über deren Inhalt ist nur bekannt, dass sich der ermittelte Unfallhergang soweit bestätigt hat.

Die Katastrophe wurde demnach durch ein Leck in der Gasleitung unter dem Gehsteig vor dem Haus ausgelöst. Es soll durch einen Lichtbogenkurzschluss in einem das Gasrohr kreuzenden 20- kV- Stromkabel verursacht worden sein. Das Gas strömte daraufhin durch ein stillgelegtes Rohr in das Haus. Die unterirdischen Strom- und Gasleitungen lagen praktisch aufeinander, der erforderliche Mindestabstand wurde also nicht eingehalten.

Können Techniker zur Verantwortung gezogen werden?

Ermittelt wird grundsätzlich wegen fahrlässiger Gemeingefährdung und fahrlässiger Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen. Die Beamten des Landeskriminalamtes erstatteten in ihrem Abschlussbericht Anzeige gegen unbekannt. Ob jene Techniker, die vor etwa 20 Jahren die Strom- und Gasleitungen in der Straße verlegt hatten, belangt werden können oder die Sache bereits verjährt ist, müsse er noch prüfen, erklärte Fischer. Untersucht wird auch, ob die Techniker, die den Kurzschluss am Vorabend der Explosion diagnostiziert und die Reparatur erst für den nächsten Tag veranlasst hatten, zur Verantwortung gezogen werden können.

Schmerzensgeld für Enkeltochter noch ausständig

Die EVN hat für den durch das Unglück entstandenen Schaden bisher einen einstelligen Millionenbetrag bezahlt, sagte Sprecher Stefan Zach. Ausständig sei nun noch die Höhe des Schmerzensgeldes für die hinterbliebene Enkeltochter. Dafür müssten noch Gutachten erstattet werden, so Zach. Man werde die junge Frau zeitlich aber nicht drängen.

Am Unglücksort sind nach einem Jahr keine Spuren mehr zu sehen. Die Fassaden der gegenüberliegenden Häuser strahlen frisch verputzt. Das Eckgrundstück, wo früher das Haus stand, liegt friedlich und verlassen da. Ein hoher Holzzaun schützt vor neugierigen Blicken, nur die Wipfel fünf junger Bäume sind zu sehen. Sie sollen an die fünf Opfer erinnern.

03.06.2011, 06:22
AG/red
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