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22.09.2017 - 01:27

Spital muss Mädel nach Tod der Mutter Unterhalt zahlen

28.12.2010, 17:51
Jeder "Routine-Eingriff" birgt ein Risiko - manchmal sogar ein tödliches, wie in einem Fall in Niederösterreich. Eine Frau (44) starb dort nach einer Bauchoperation und hinterließ ihre Tochter (13). Diese muss nicht nur mit ihrer Trauer fertigwerden, sondern auch mit Gerichten. Um eine Entschädigung wurde Prozess geführt, jetzt fand das Oberlandesgericht deutliche Worte - es muss Unterhalt für das Mädchen geben...

Die Frau hatte eine Zyste am Eierstock, die entfernt werden musste. Man klärte sie auf, dass eine mögliche Komplikation eine Perforierung des Darmes mit Bauchfellentzündung sein könne - und operierte. Gleich am Tag nach der OP hatte die 44- Jährige hohes Fieber und klagte über Schmerzen im Bauch.

Obwohl das Risiko einer Beeinträchtigung des Darmes bekannt war, sagte man der Frau, sie sei halt leider sehr dick, sie solle mehr Tee trinken - und abwarten. Am 4. Tag erfolgte doch eine Notoperation, aber sie kam zu spät, die Mutter der 13- jährigen Stefanie starb.

Spital verweigerte Entschädigung vorerst

Dass die verspätete Behandlung die Todesursache war, steht mittlerweile außer Zweifel. Doch was machte das niederösterreichische Krankenhaus? Es verweigerte der 13- Jährigen eine Entschädigung mit dem Hinweis, es habe ja nur ein "Behandlungsvertrag" mit der nunmehr verstorbenen Patientin und nicht mit der Tochter bestanden - und gewann in 1. Instanz.

OLG erachtet "Betreuungskosten" als angemessen

Anwalt Johannes Bügler erreichte in 2. Instanz allerdings eine Aufhebung des Urteils - und sogar noch mehr. Weil die Mutter Hausfrau war und sich um die Tochter kümmerte, sprach sich das Oberlandesgericht sogar für einen Unterhalt ("Betreuungskosten") aus, wofür der Krankenhausträger - in diesem Fall das Land Niederösterreich - aufkommen soll. Auch Therapiekosten und entsprechendes Trauergeld sieht das Oberlandesgericht für "angemessen".

Kronen Zeitung

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