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22.08.2017 - 14:19
Foto: ANDI SCHIEL

Sohn von Bogumila W.: "Nur Putzfrau und Pflegerin"

10.04.2013, 16:55
Mit Zeugeneinvernahmen ist am Mittwoch im niederösterreichischen Krems der Prozess um die Arsen-Morde fortgesetzt worden. Im Mittelpunkt des Interesses: der Sohn der Angeklagten. Der Autohändler (28) stützte die Behauptungen seiner Mutter, sie sei bei ihrem angeblich ersten Opfer nur Putzfrau und Pflegerin gewesen. Freunde des Pensionisten berichteten hingegen von einer zunächst glücklichen Liebesbeziehung.

Selten einstimmig bestätigen sowohl eine frühere Freundin des 67- jährigen Herbert A., dessen behandelnde Ärztin und ein Nachbar: Der Wiener Pensionist hat im Herbst 2009 nach dem Tod seiner Frau vor allem eine Geliebte gesucht und dann über ein Inserat gefunden. Und zwar in Person der nun wegen Mordes angeklagten Polin Bogumila W.(52).

Eine Zeugin: "Herbert schwärmte von ihr, sie sei so fesch und so schlank und so gut im Bett." Verschämt setzt die Frau fort: "Er hat mir genau erzählt, was er mit ihr alles macht. Das kann ich gar nicht wiederholen." Auch die Ärztin bestätigt: "Herr A. war so glücklich in seiner neuen Beziehung." Doch bald verschlechterte sich sein Zustand.

Wohnung für Pflegerin, altes Auto für Tochter

Nach einem ersten Zusammenbruch im Frühjahr 2010 konnte A. bald nicht mehr gehen. Gutachter Christian Reiter führt dies auf die erste Verabreichung von Arsen zurück. Im April wandte sich der Pensionist an einen Notar. Sein Wunsch: ein Schenkungsvertrag, der Bogumila W. zur Besitzerin der Wohnung machte. Seine Tochter Karin sollte nur sein altes Auto bekommen.

Der Notar als Zeuge: "Herr A. hat ständig angerufen. Es dauerte nämlich bis September, bis der Vertrag steuerlich erledigt war. Erst dann war er beruhigt. Er sah für sich keine Zukunft mehr." Nur einen Monat später starb der Pensionist. Eine Anzeige der Tochter führte schließlich zu Erhebungen gegen die Angeklagte.

Angeklagte ist in Polen verheiratet

Nächster Zeuge: Bogumila W.s Sohn Michal. Der 28- jährige Autohändler besuchte seine Mutter immer wieder in Wien. Und er nächtigte sogar in der Wohnung von Herbert A.: "Sie war dort Putzfrau und Pflegerin."

Der wenig erfolgreiche Geschäftsmann wurde auch von der Mutter finanziell unterstützt. Die 65.000 Euro aus dem Verkauf der Wohnung des Pensionisten bekam er, "zur Abdeckung von Krediten". Dass Bogumila W. die Liebesbeziehung zu A. so heftig abstreitet, könnte einen logischen Grund haben: Sie ist bis heute in Polen verheiratet.

Ein Urteil wird für Donnerstag erwartet.

10.04.2013, 16:55
Peter Grotter, Kronen Zeitung/red
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