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21.09.2017 - 23:49
Foto: APA/Helmut Fohringer

ÖBB- Verhalten ist volkswirtschaftlich "ein Wahnsinn"

18.11.2009, 15:52
Im Streit um die Bahnfinanzierung in Niederösterreich haben ÖVP und NÖAAB jetzt zum Rundumschlag gegen die ÖBB ausgeholt: Ein Finanzdebakel, ein Organisationsdebakel und sozialen Missbrauch bei den Bundesbahnen ortete der stellvertretende NÖAAB-Obmann und Landeshauptmann-Stellvertreter Wolfgang Sobotka (Bild) am Mittwoch. Die Art, wie hier mit Steuergeldern umgegangen werde, sei "volkswirtschaftlicher Wahnsinn".

"Sie (die ÖBB, Anm.) wollen von den Ländern mehr Geld und bieten weniger Leistungen", empörte sich Sobotka. Es könne nicht sein, "dass man auf 70 Kilometern sechsmal umsteigen muss", sagte der stellvertretende NÖAAB- Obmann, außerdem gehöre Unpünktlichkeit praktisch zur Tagesordnung.

Auch ÖVP- Konsumentenschutzsprecherin Gabriele Tamandl übte heftige Kritik an der Bahn: Eine Studie der Arbeiterkammer über Pendler in der Ostregion habe ergeben, dass diese am häufigsten Probleme mit schmutzigen oder fehlenden Sitzplätzen,Verspätungen und Zugausfällen, die nicht kommuniziert werden, haben.

Längere Krankenstände und sechs Jahre früher in Pension

"Der Steuerzahler zahlt da doppelt", ärgerte sie sich - einerseits müssten sie durch die Steuergelder den staatlichen Zuschuss und andererseits die Bahntickets finanzieren. Um zu erheben, was die Pendler am meisten belastet und welche Strecken tatsächlich betroffen sind, habe man nun eine eigene Homepage (siehe Infobox) eingerichtet. Auch die Einführung des neuen Fahrplans werde man genau beobachten und notfalls eingreifen, sagte Tamandl.

Doch nicht nur die Leistungen der ÖBB waren Sobotka ein Dorn im Auge, sondern auch das ganze Verhalten des Betriebs. Der Staat finanziere die Bahn und ihre 40.000 Mitarbeiter mit 6,95 Milliarden Euro mit, das Land Niederösterreich mit seinen 1,6 Millionen Einwohnern habe dagegen ein Budget von 7,02 Milliarden Euro. Zusätzlich gingen die ÖBB- Bediensteten im Durchschnitt um eine Woche länger in Krankenstand und fast sechs Jahre früher in Pension. Diese "Schieflage" müsse von der gesamten Bundesregierung beseitigt werden, so Sobotka.

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