Willkommen
|
Facebook Twitter Google Plus
23.08.2017 - 23:33
Foto: APA/HERBERT PFARRHOFER

Nach verheerendem Gasunglück noch viele Fragen offen

07.06.2010, 12:47
Nach der verheerenden Gasexplosion am Spratzerner Kirchenweg in St. Pölten, die vergangenen Donnerstag fünf Menschen das Leben gekostet hat, sind noch viele Fragen offen. Nach aktuellem Ermittlungsstand hatte ein Kurzschluss in einer Stromleitung unter dem Gehsteig, die das Gasrohr kreuzte, ein fünf bis zehn Zentimeter großes Leck verursacht, aus dem stundenlang Gas ausströmte.

Ob die Leitungen zu knapp nebeneinanderlagen und wie das Gas in das Haus kam, muss nun von Gutachtern geklärt werden. Neben den bereits bestellten Expertisen von einem Brand- und einem elektrotechnischen Sachverständigen wurde Montagvormittag seitens der Staatsanwaltschaft St. Pölten - wie am Wochenende angekündigt - auch ein geologisches Gutachten bestellt, das die Durchlässigkeit des Materials bzw. die Frage, wie das Gas ins Haus kam, klären soll. Die Erhebungen an der Unglücksstelle dauern daher weiterhin an, teilte Karl Fischer von der Anklagebehörde am Montag mit.

Alle Details und Hintergründe siehe Infobox!

Neue Erkenntnisse gebe es bisher nicht. Das Landeskriminalamt sei weiterhin mit Zeugenbefragungen und Urkundenbeschaffungen betraut, Leitungen und Gasverbrauchergeräte im Haus würden untersucht. Ob man im Nachhinein auch feststellen werde können, was den für die Explosion entscheidenden Funken auslöste, oder ob man diesen zumindest einem Raum zuordnen werde können, sei noch unklar.

Auch für die EVN sind "noch einige Fragen offen". "Die gilt es so rasch wie möglich zu klären", sagte Sprecher Stefan Zach. Derzeit werde mit einer eigenen, "unabhängigen Expertenkommission" alles Relevante erhoben und an die Staatsanwaltschaft übermittelt.

Gasleitung wurde im Jahr 2008 überprüft

Fest steht lediglich, dass beide Leitungen vor rund 20 Jahren, aber nicht gleichzeitig, verlegt wurden. Nun gelte es zu klären, welche Firmen und Mitarbeiter damals gearbeitet haben und ob alle Vorschriften eingehalten wurden, so Zach. Die letzte Überprüfung der Gasleitung sei 2008 erfolgt - nach den gesetzlich festgesetzten Intervallen.

Leitungen lagen "ziemlich knapp" nebeneinander

Ob bei der Verlegung der seinerzeit gültige Mindestabstand zwischen den beiden Leitungen eingehalten wurde, konnte Fischer noch nicht sagen. Er selbst sei aber am Unglücksort gewesen und habe gesehen, dass die Leitungen "ziemlich knapp" nebeneinanderlagen.

Ein Druckabfall in der betroffenen Leitung sei laut Zach nicht registriert worden. Das Ortsnetz in der Gegend habe einen Druck von 22 Millibar - sobald er auf 20 abfalle, gebe es eine Warnung. "Das ist dort aber nicht erfolgt", betonte der EVN- Sprecher. Geklärt werden müsse auch, warum der "extrem unangenehme, stechende Gasgeruch" von niemandem bemerkt wurde.

Während der starken Gewitter zwischen 20 und 22 Uhr habe es im nassen Boden mehrere Stromstörungen gegeben. Die betroffenen Leitungen seien binnen 0,1 Sekunden herausgeschaltet und die Kunden provisorisch über andere Netze versorgt worden. Wo genau die Probleme lagen, konnte man daher nicht sofort lokalisieren, die betroffenen Leitungen seien ja praktisch "tot" gewesen, erklärte Zach. Reparaturarbeiten wurden aber "Zug um Zug" eingeleitet - für Donnerstagvormittag sei bereits eine Grabungsfirma bestellt gewesen.

Noch "ein paar Dutzend Haushalte" ohne Gasversorgung
Bei rund 2.000 EVN- Kunden wurde nach der Explosion das Gas abgedreht. Die Versorgung sei aber abgesehen von "ein paar Dutzend Haushalten" mittlerweile wieder aufgenommen worden. Sobald sich von den noch übrigen Kunden jemand melde, werde ein Techniker hingeschickt.

Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Werbung
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2017 krone.at | Impressum