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19.08.2017 - 15:57
Foto: ANDI SCHIEL

Nach dreieinhalb Jahren in Nicaragua geschnappt

06.11.2010, 17:05
Frechheit siegt – unter diesem Motto hat vor dreieinhalb Jahren eine dreiste Verbrecherbande auf ungewöhnliche Art und Weise die Tresore zweier Bankfilialen in Melk sowie Wien geplündert. Der Gesamtschaden betrug damals etwa 200.000 Euro. Jetzt klickten am anderen Ende der Welt, in Nicaragua, für einen der Haupttäter die Handschellen.

Bankraub einmal anders: Drei bis vier Täter betreten Filialen und verwickeln die Angestellten in "Kundengespräche". Diese werden so geschickt abgelenkt, dass sich ein Komplize unbemerkt in den Tresorraum schleichen, diesen plündern und samt Beute wieder verschwinden kann. Zweimal binnen nur 48 Stunden schlug eine Bande auf diese dreiste Weise im Mai 2007 in Geldinstituten in Melk und in der Wiener Innenstadt zu. In Melk ging der Trickdiebstahl so unauffällig über die Bühne, dass er gar erst bei der Revision erkannt wurde.

Spur verlor sich in Spanien

Während wenig später eine verdächtige 24- Jährige verhaftet wurde, gelang dem Rest der Betrügerbande die Flucht. Schnell stellte sich durch sichergestellte Fingerabdrücke heraus: Die Tätergruppe dürfte vor Österreich in Spanien Station gemacht haben. Doch hier verlor sich die Spur.

Bewaffnete Überfälle in Nicaragua

Bis heute. Dreieinhalb Jahre später ging nun einer der mutmaßlichen Haupttäter der örtlichen Polizei in Esteli (Nicaragua) ins Netz. Und anders als in Europa ging der Kolumbianer hier mit seinen Komplizen in den vergangenen Monaten deutlich brutaler vor: Bewaffnete Überfälle von Banken in Serie. Das heimische Bundeskriminalamt stellt gerade per Fingerabdruck- Abgleich über Tausende Kilometer Entfernung sicher, dass es auch tatsächlich der richtige Betrüger ist.

von Klaus Loibnegger, Kronen Zeitung

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