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Foto: APA/NORBERT STANGL BFKDO 21 / Video: krone.tv

Menschliches Versagen Ursache für Zugunglück

28.03.2013, 18:53
Bei dem Zugunglück in Niederösterreich, das am späten Mittwochabend zwei Menschenleben gefordert hatte, dürfte menschliches Versagen die Ursache gewesen sein. Auf der Pottendorfer Linie in Obereggendorf im Bezirk Wiener Neustadt war ein Güterzug mit einem Bauzug kollidiert. Der Fahrdienstleiter wurde am Donnerstag wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung angezeigt.

Der Alarm bei der Feuerwehr war am Mittwochabend um 23.56 Uhr eingegangen, teilte Franz Resperger, der Sprecher des Landeskommandos, mit. Sechs Feuerwehren mit 85 Personen rückten zur Unglücksstelle im Bahnhofbereich von Obereggendorf aus. Außerdem waren Notarzt- und Rettungsteams im Einsatz.

Die Lok des Güterzuges war frontal in den stehenden Bauzug gekracht. Zwei Mitarbeiter auf dem Bauzug, bei dem es sich um ein Gleismessfahrzeug handelt, kamen dabei ums Leben. Sie erlagen noch an der Unfallstelle ihren schweren Verletzungen. Zwei weitere Bauzug- Mitarbeiter wurden verletzt. Sie wurden ins Landeskrankenhaus Wiener Neustadt eingeliefert.

Fahrdienstleiter wurde angezeigt

Der Lokführer des Güterzuges der Firma RCS überlebte die Kollision, ein weiterer RCS- Mitarbeiter wurde leicht verletzt. "Ich habe mich auf den Boden geworfen und zusammengekauert. Ich glaube nicht, dass ich das sonst überlebt hätte", schildert der 28- jährige Lokführer den Moment kurz vor dem Unfall gegenüber der "Krone".

Laut ersten Ermittlungen des Landeskriminalamtes trifft den jungen Lokführer, der mit Prellungen im Spital liegt, keine Schuld. Hingegen wurde der 46- jährige Fahrdienstleiter des Bahnhofes Obereggendorf bei der Staatsanwaltschaft wegen Verdachts der fahrlässigen Tötung angezeigt. Er dürfte das auf Gleis 1 abgestellte Messfahrzeug vergessen oder übersehen und den herannahenden Güterzug nicht auf Gleis 2 umgeleitet haben. Der geschockte Mann wird psychologisch betreut.

ÖBB versprechen lückenlose Aufklärung

Die ÖBB zeigten sich betroffen über das Unglück und drückten den Angehörigen der Verstorbenen ihr Beileid aus. Eine Unfallkommission wurde eingesetzt. Der Hergang soll analysiert und lückenlos aufgeklärt werden.

28.03.2013, 18:53
AG/Ulli Kittenberger und Helmuth Horvath, Kronen Zeitung/red
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