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21.08.2017 - 01:35
Foto: Holl Reinhard

Kosovare stellt sich nach Brotmesser- Angriff der Polizei

05.04.2010, 15:53
Jener 29-jährige Asylwerber, der nach einem tödlichen Streit in einer Flüchtlingsunterkunft in Wallsee (Bezirk Amstetten)geflüchtet ist, hat sich am Ostermontag den Behörden gestellt. Er hatte sein Kommen auf die Polizeiinspektion Amstetten zuvor telefonisch angekündigt, berichtete Chefinspektor Leopold Etz vom Landeskriminalamt. Der Verdächtige, der die Tat gestanden haben soll, wurde umgehend festgenommen und nach seiner Einvernahme in die Justizanstalt St. Pölten eingeliefert.

Laut Etz gab der Mann zu Protokoll, einmal ziellos zugestochen zu haben. Der Stich mit einem etwa 40 Zentimeter langen Brotmesser traf die rechte Lungenkammer und -schlagader eines 30- jährigen Tschetschenen - das Opfer verblutete innerlich. Jede Hilfe durch den Notarzt kam zu spät, der Tschetschene erlag seinen Verletzungen noch am Ort der Bluttat. Bei der Einvernahme habe der 29- Jährige nun von einem Streit und auch davon gesprochen, dass er bedroht worden sei, so Etz.

Aus Angst zweimal Polizei angerufen

Zudem gab der 29- Jährige laut den Kriminalisten an, im Zuge des Streits mit dem Tschetschenen gemeinsam mit anderen Landsleuten in ein Zimmer der Unterkunft in Wallsee geflüchtet zu sein und dieses versperrt zu haben. Auch sei zweimal der Polizeinotruf betätigt worden. Kurze Zeit später sei er der Annahme gewesen, dass Beamte eingetroffen wären, so der Kosovare.

Als er die Tür geöffnet habe, sei jedoch der Tschetschene vor ihm gestanden, von dem er sich bedroht gefühlt habe. Eine Tötungsabsicht durch den folgenden Messerstich stellte der Verdächtige in Abrede. Den Kriminalisten zufolge hat sich der 29- Jährige wegen des intensiven Fahndungsdruckes und auch deshalb gestellt, weil sein Lichtbild in den Medien veröffentlicht worden war.

Familie feierte Geburtstag

In der Flüchtlingsunterkunft, einem ehemaligen Gasthaus, hatte die Familie des Opfers den 25. Geburtstag seiner Gattin gefeiert. "Wir Frauen waren in einem eigenen Raum, die Männer im Nachbarzimmer", erzählte die 13- jährige Nichte des Getöteten. Mehrmals soll der völlig betrunkene Familienvater ins Nebengebäude gewankt sein und dort an die Tür des Kosovaren geklopft haben. Doch dieser war über den nächtlichen Karfreitags- Besuch seines alkoholisierten Nachbarn nicht erfreut. Am Ende stand die Bluttat.

Keine unmittelbaren Zeugen

Unmittelbare Zeugen des Vorfalls gibt es nicht, erklärte Oberst Preining vom Landeskriminalamt. Bei den Einvernahmen in der Flüchtlingsunterkunft hörten die Kriminalisten  lediglich davon, dass es zwischen den beiden Streit gegeben habe. Für die Witwe des Tschetschenen ist eine Welt zusammengebrochen. "Jetzt bin ich allein mit meinen drei Kindern", schluchzte sie im Gespräch mit "Krone"- Fotograf Franz Crepaz.

von Christoph Matzl und Mark Perry (Kronen Zeitung) und noe.krone.at

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