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18.08.2017 - 22:17
Foto: Krone-Archiv

Keine Beweise gegen Mörder der Autostopperin

02.05.2008, 07:39
Seit 21 Jahren wurden 500 Alibis und 1500 Pendler überprüft, um das Mordrätsel um die Autostopperin Martina Posch (17) in Vöcklabruck aufzuklären: Die Amstettener Sexbestie Josef Fritzl (73) war nie darunter, aber auch näher liegende Serientäter wie Konrad K. (68) in Laakirchen oder Günther S. (45) aus Ebensee konnten den Mädchenmord leugnen, weil DNA-Beweisspuren fehlen.
„Der Täter dürfte jener gesuchte Autofahrer sein, mit dem Martina fast täglich zwischen ihrem Wohnort in Vöcklabruck und ihrem Arbeitsplatz in Attnang gependelt ist“, glaubt der pensionierte Chefinspektor Manfred Burger, der den Ermittlungsakt kennt: Das Lehrmädchen war auch am 12. November 1986 um 6.40 Uhr früh in den fremden Wagen gestiegen, ehe sie geschlagen und erwürgt wurde. Elf Tage später wurde ihre Leiche in einer Plane im Mondsee gefunden, mitverpackt war Heu von Gräsern, wie sie im Voralpenland vorkommen: „Der Mörder dürfte sein Opfer in einem Stadel versteckt haben, ehe er es nach Tagen verschnürte und versenkte“, meint Burger: Aber damals wurden noch keine DNA-Spuren gesichert. Und inzwischen sind alle Beweisstücke durch viele Hände gegangen und dadurch unbrauchbar geworden.

Deshalb konnten auch die Hauptverdächtigen leugnen: Wie der verhaftete Mehrfachmörder Wolfgang O. (50), der zur Tatzeit in Tatortnähe am Attersee war. Oder der zur Höchststrafe verurteilte Folterkeller- Sextäter Konrad K. (68), der 20 Minuten nach dem Mädchenmord in Vöcklabruck auf seinem nur zwölf Kilometer entfernten Arbeitsplatz in Laakirchen war. Oder der zu 15 Jahren Gefängnis verurteilte Günther S. (45), der zwar in der Nähe eine 15- jährige Autostopperin gewürgt und vergewaltigt, aber die 17- jährige Martina Posch nicht entführt und umgebracht hat.

Auch die vage Hoffnung, bei einem Verdächtigen noch Beweisstücke zu finden, haben die Ermittler längst aufgegeben: „Martinas verschwundene Jacke, Stiefeletten und Umhängetasche hat der Mörder sicher schon entsorgt“, glaubt Burger nicht, dass Kollegen nun noch in Amstetten fündig werden könnten.

Foto: "Krone"
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