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20.08.2017 - 14:01
Foto: Andrea Klein

Hunderte Greifvögel zum Abschuss freigegeben

22.01.2009, 13:56
Mit Aktionismus haben am Donnerstag die Niederösterreichischen Grünen, WWF und BirdLife Österreich gegen eine von der niederösterreichischen Landesregierung im Dezember des Vorjahres erlassene "Beutegreiferverordnung" protestiert. "Drei verkleidete Greifvögel, ein Weidmann mit Plastikbüchse und jede Menge blutrote Konfetti" waren vor dem Landtag in St. Pölten präsent, um den zuständigen Landesrat Josef Plank (ÖVP) aufzufordern, den "Greifvogelmord" zu stoppen und den Erlass zurückzunehmen.

Laut Grünen, WWF und BirdLife Österreich sind seit dem Erlass der Verordnung "200 Mäusebussarde und 40 Habichte zum Abschuss freigegeben", weil "sie angeblich an der Ausrottung bedrohter Tierarten beteiligt sind. In Wahrheit dient die Verordnung wohl rein jagdlichen Interessen. Bestimmte Kreise innerhalb der Jägerschaft versprechen sich von einer Dezimierung der Greifvögel mehr Fasane und Hasen".

Auf der Homepage des WWF kann der Protest gegen die Verordnung unterstützt werden (siehe Infobox).

Tierschutz durch Abschuss ist "absurd"

"Die Argumentation 'Schutz gefährdeter Tierarten durch das Abschießen anderer Arten' ist absurd und auch wissenschaftlich nicht haltbar", erklärte Hildegard Aichberger vom WWF Österreich. Bei keiner der 26 bedrohten Tierarten, die in der Verordnung aufgezählt sind, sei eine Bedrohung durch Mäusebussard und Habicht nachgewiesen.

Das Land Niederösterreich mache kein gutes Bild im europäischen Kontext, "weil die Landesregierung den Sonntagsjägern wieder einen Jagd- Freibrief zu Lasten einer bedrohten Tierwelt ausstellt. Die Verordnung ist außerdem nicht EU- rechtskonform", so Madeleine Petrovic, Klubobfrau der Grünen in Niederösterreich.

Außerdem leben die Greifvögel in Niederösterreich ohnedies gefährlich: Rücksichtslose Schützen hatten kürzlich nicht einmal davor zurückgeschreckt, auf einen unserer - mittlerweile selten gewordenen - Wappenvögel, einen Seeadler, zu schießen (siehe Infobox!).

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