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24.09.2017 - 02:11
Foto: apa/Harald Schneider

Falscher Arzt narrt jahrelang das Rote Kreuz in St. Pölten

14.03.2012, 11:03
Ein mutmaßlicher Betrüger hat das Rote Kreuz St. Pölten getäuscht, indem er sich als Mediziner der Chirurgie des Wiener AKHs ausgab. Unter anderem nahm der 33-Jährige die Abschlussprüfungen für Rettungssanitäter ab. Jetzt flog der dreiste Schwindel auf.

Wie RK- Sprecher Andreas Zenker im Gespräch mit krone.at erklärte, war der Mann bereits seit dessen Jugend für das Rote Kreuz tätig: "Wir haben ihn sehr gut gekannt, haben mitbekommen, wie er die Matura gemacht und danach studiert hat. Und eines Tages ist er dann gekommen und hat erzählt, dass er sein Medizinstudium abgeschlossen hat", berichtete Zenker.

"Kannten ihn so lange und haben ihm vertraut"

Der Verdächtige legte eine Urkunde vor, die den Stempel der Universität trug. "Die Promotionsurkunde hat ausgeschaut, wie jede andere. Wir kannten ihn so lange und haben ihm natürlich vertraut", so der RK- Sprecher. Ab 2010 war der vermeintliche Doktor der Chirurgie dann beim Roten Kreuz als Mediziner beschäftigt.

Der 33- jährige Verdächtige war in dieser Zeit in der Prüfungskommission als "fachkompetente Person" tätig, "er hat aber keinen Dienst direkt am Patienten versehen. Er war nie als Notarzt tätig, hat nie Medikamente und dergleichen verabreicht, er hat bei uns nur als Notfallsanitäter gearbeitet, und dafür hat er eine Ausbildung bei uns bekommen", stellte Zenker klar. Patienten seien daher nie zu Schaden gekommen.

"Imageschaden ist enorm"

Die Polizei stieß schließlich rein zufällig im Zuge einer Eigentumsgeschichte auf den 33- Jährigen. Erst dann erfuhr auch das Rote Kreuz, dass der Mann die Urkunde gefälscht und sich so die Doktorwürde erschlichen habe, wie der fassungslose Sprecher erklärte. "Bei uns ist es nicht üblich, in jedem Fall nachzufragen. Wir können nicht hinter jeden Mitarbeiter einen Polizeibeamten stellen und ihn bewachen lassen. Doch der Fall hat gezeigt, dass wir in Zukunft viel genauer prüfen müssen", so Zenker, denn "der Imageschaden für das Rote Kreuz ist durch diesen Vorfall natürlich enorm."

Doch auch auf den dreisten Betrüger kommt jetzt einiges zu: Neben dem Ausschluss aus dem Rot- Kreuz- Verband könnte den Mann ein Verfahren wegen des Verdachts des Betrugs und der Urkundenfälschung erwarten.

14.03.2012, 11:03
chs/AG
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