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20.08.2017 - 03:12
Foto: APA/Herbert Pfarrhofer

Betagtes Paar in NÖ überfallen: 19 Jahre Haft für Haupttäter

19.04.2013, 18:19
19 Jahre Haft wegen Mordversuchs, zweieinhalb Jahre wegen Einbruchsdiebstahls und neun Jahre Haft wegen schweren Raubes: Diese - nicht rechtskräftigen - Urteile hat am Freitag ein Geschworenensenat am Landesgericht Wiener Neustadt über drei Serben verhängt. Das Trio hatte im Jänner 2012 ein betagtes Ehepaar in dessen Wohnhaus in Traiskirchen in Niederösterreich überfallen und brutal misshandelt.

Das Trio, das drei Monate nach der Tat in Wien festgenommen worden war, legte vor Gericht zwar ein Tatsachengeständnis ab, Drahtzieher soll aber ein flüchtiger Landsmann mit dem Namen Rajo gewesen sein. Aus finanziellen Nöten habe man bei dem Coup mitgemacht, hieß es. Der unbekannte Rajo habe behauptet, dass der 76- jährige Niederösterreicher als Spielautomatenbetreiber ein Vermögen besitze und 800.000 Euro im Safe haben dürfte.

Als am 24. Jänner 2012 die Lichter in dem Einfamilienhaus im Ortsteil Oeynhausen erloschen waren, drangen der Erstangeklagte und Rajo durch ein Kellerfenster ein, während der Zweit- und der Drittangeklagte als Aufpasser fungieren und die Beute abtransportieren sollten.

Pensionist stellte sich tot

Das Ehepaar hatte sich bereits zu Bett begeben. Der Hausbesitzer wurde jedoch munter und nahm seine Gaspistole an sich. Obwohl Rajo mit einer mitgebrachten Stahlrute sofort zugeschlagen und auf den Pensionisten eingestochen haben soll, konnte der 76- Jährige noch drei Schüsse abgeben. Der Täter ließ aber erst von dem Pensionisten ab, nachdem sich dieser tot gestellt hatte.

Die 77- jährige Ehefrau - sie verstarb nur wenige Monate nach dem Überfall an einem Herzinfarkt - wurde laut Anklage von den Serben mit einem Elektroschocker malträtiert, gefesselt und geknebelt. Danach verließen die Täter fluchtartig und nur mit geringer Beute - knapp 1.700 Euro, einer Uhr und einem Armband - das Einfamilienhaus.

"Hab' Angst gehabt, dass der alte Mann das nicht überlebt"

"Es tut uns alles leid. Das wollten wir nicht", beteuerte das serbische Trio unisono im Prozess. Der Erstangeklagte sagte zudem aus, Rajo sei zielstrebig ins Schlafzimmer des Ehepaares gegangen und habe sofort auf den Pensionisten eingeschlagen: "Als ich so viel Blut gesehen habe, hab' ich Angst gehabt, dass der alte Mann das nicht überlebt."

Der Geschworenensenat schenkte der Version des Erstangeklagten jedoch keinen Glauben, sondern sah in ihm vielmehr den Haupttäter - daher der Schuldspruch wegen versuchten Mordes. Der erstangeklagte Serbe wie auch der wegen schweren Raubes zu neun Jahren verurteilte Drittangeklagte legten gegen das Urteil Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung ein.

Der Zweitangeklagte, der wegen Einbruchs und mit Waffen begangenen Diebstahls zweieinhalb Jahre Freiheitsstrafe erhielt, verzichtete auf Rechtsmittel. Die Staatsanwaltschaft gab keine Erklärung ab. Die Urteile sind daher nicht rechtskräftig.

19.04.2013, 18:19
AG/red
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