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23.09.2017 - 18:38
Foto: Magistrat St. Pölten

Archäologen gehen in St. Pölten auf Spurensuche

15.07.2010, 15:10
Vor der bevorstehenden Neugestaltung des Domplatzes in St. Pölten sind Experten unter Aufsicht des Bundesdenkmalamts am Zug: Vom 27. Juli bis 26. November sollen archäologische Grabungen erfolgen, die laut dem Magistrat der Landeshauptstadt den Lückenschluss zwischen Spätantike und Spätmittelalter bringen werden.

Aus Fundstücken von früheren Erkundungsgrabungen (siehe kleines Bild), einer Georadaruntersuchung und dem historischen Quellenmaterial ist bekannt, dass sich am Domplatz ein zumindest ab der Mitte des elften Jahrhunderts bis Ende des 18. Jahrhunderts genutzter Stadtfriedhof befand. Es seien auch Bauwerksreste von der römischen Antike bis ins Mittelalter zu erwarten.

Antike sterbliche Überreste werden zweites Mal bestattet

Daher müsse eine unbekannte, aber sicherlich in die Tausende gehende Anzahl von Bestattungen mit archäologischer Sorgfalt entnommen werden. Die aus dem Gräberfeld geborgenen sterblichen Überreste werden nach der anthropologischen Untersuchung am städtischen Hauptfriedhof wieder bestattet.

Der Domplatz ist einer der zentralen Punkte des innerstädtischen Lebens der Landeshauptstadt. Seine historische Bedeutung sei hingegen wenig bekannt, wurde auf Bausubstanz aus römischer Zeit verwiesen. Das älteste Kloster Niederösterreichs wurde in der ersten Hälfte des neunten Jahrhunderts in diesem Bereich in römischen Ruinen eingerichtet, dessen Patron namensgebend für St. Pölten wurde. Das Kloster bildete die Keimzelle der mittelalterlichen Stadtentwicklung. Mit den in der Urkunde von 1159 verbrieften Rechten gelte St. Pölten als älteste Stadt Österreichs. Neben der Klosterkirche, dem heutigen Dom, standen auf dem Platz zwei weitere mittelalterliche Kirchen, an die sich der Stadtfriedhof anschloss.

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