Willkommen
|
Facebook Twitter Google Plus
19.08.2017 - 02:25
Es tut uns leid, Ihr Browser ist veraltet.
Aktualisieren Sie Ihren Browser, um das Video zu sehen.
Foto: APA/HERBERT PFARRHOFER / Video: APA

17- Jähriger zu 18 Monaten Haft verurteilt

26.11.2009, 12:22
Jener 17-Jährige, der in der Nacht zum 5. August in einem Kremser Supermarkt von der Polizei angeschossen wurde, ist am Mittwoch wegen gewerbsmäßigen Einbruchsdiebstahls zu 18 Monaten Haft verurteilt worden. Der Jugendliche nahm Bedenkzeit, somit ist das Urteil nicht rechtskräftig. Weil das Gericht zusätzlich eine frühere bedingte Strafnachsicht widerrief, müsste der 17-Jährige nach einer Urteilsbestätigung für insgesamt drei Jahre und zwei Monate ins Gefängnis.

Die Staatsanwaltschaft legte dem 17- Jährigen vier vollendete und zwei versuchte Einbrüche zur Last. Mit dem Jugendlichen musste sich zudem ein 28- Jähriger, dem acht Straftaten vorgeworfen wurden, vor Gericht verantworten. Der Mann wurde rechtskräftig zu 18 Monaten verurteilt, davon sechs Monate unbedingt.

"Rascher Rückfall" wirkte erschwerend

Die Gewerbsmäßigkeit der Einbruchsdiebstähle sei gegeben, sagte Richter Gerhard Wittmann in seiner Urteilsbegründung. Beiden Angeklagten wird die Zeit der U- Haft angerechnet. Mildernd waren beim 17- Jährigen das Geständnis und die Tatsache, dass es in zwei Fällen bei Versuchen geblieben war. Als erschwerend wertete das Gericht den "raschen Rückfall" nach der bedingten Haftentlassung im Oktober 2008. Die vorangegangene Strafhaft habe sich als wirkungslos erwiesen.

Der Richter betonte, dass der Angeklagte in der Justizanstalt Gerasdorf die Möglichkeit haben soll, den Hauptschulabschluss nachzuholen und eine Lehre zu absolvieren. Andernfalls sah Wittmann eine "Stein- Karriere vorprogrammiert". Bei der Strafbemessung für den 28- Jährigen, der als Chauffeur fungiert hatte, wurde neben dem Geständnis dessen bisher ordentlicher Lebenswandel berücksichtigt. Allerdings hätte er als der Ältere mehr Verantwortungsbewusstsein zeigen müssen.

Beweisverfahren nach einer Stunde beendet

Nach kurzer Befragung der Angeklagten, die sich beide schuldig bekannten, war das Beweisverfahren nach nur einer Stunde beendet. Staatsanwalt Friedrich Kutschera verwies darauf, dass beide keiner Arbeit nachgingen. Der 17- Jährige hatte im Vorjahr nach einem Streit mit seiner Mutter, die ihn aus der Wohnung wies, vorübergehend beim 28- Jährigen im Bezirk Krems gewohnt. In seinem Schlussvortrag führte der Staatsanwalt aus, dass die einschlägigen Vorstrafen beim 17- Jährigen sowie die Wiederholung der Straftaten erschwerend zu werten seien.

Verteidiger: "Mein Mandant ist schon bestraft"

Die Verteidiger betonten, dass einerseits beide geständig seien. Auch der insgesamt entstandene Schaden sei gering. Der 17- Jährige habe beim Einbruchsversuch in den Supermarkt einen Durchschuss durch beide Beine erlitten und musste den Tod seines besten Freundes miterleben. "Mein Mandant ist schon bestraft", betonte sein Anwalt.

Um zu begreifen, dass sein Leben so nicht weitergehen kann, sei kein Widerruf vorangegangener Strafen notwendig und eine Freiheitsstrafe "im unteren Bereich" ausreichend. Der 17- Jährige wolle den Hauptschulabschluss nachholen und dann eine Lehre machen. Auch habe der Plan der Gewerbsmäßigkeit gefehlt - der 17- Jährige hatte ausgesagt, dass sie spontan losgezogen seien.

Tod des Jugendlichen polarisiert die Bevölkerung

Der Fall Krems, bei dem ein 14- Jähriger durch die Polizei erschossen und der 17- Jährige verletzt wurde, hatte im August tagelang Schlagzeilen gemacht und Untersuchungen der Staatsanwaltschaft über den dienstlichen Waffengebrauch nach sich gezogen. Unzählige junge Leute nahmen am Begräbnis des Opfers teil. Darüber hinaus wurde österreichweit die Situation Jugendlicher in sogenannten Problemvierteln diskutiert, wobei sich der Kremser Stadtteil Lerchenfeld von dieser Etikettierung distanzierte. Der Tod des Jugendlichen polarisierte auch die Bevölkerung: Verteidigern der Exekutive standen Kritiker gegenüber.

Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Werbung
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2017 krone.at | Impressum