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10.12.2016 - 14:44
Foto: APA/dpa/Marcel Kusch

Wollte Folter- Paar Opfer bei Polizei freilassen?

25.05.2016, 14:51

Im Fall der beiden zu Tode gequälten Frauen in Höxter im deutschen Bundesland Nordrhein- Westfalen hat der Anwalt des mutmaßlichen Folter- Paares schwere Vorwürfe gegen die Polizei erhoben. Möglicherweise habe nämlich eine Polizeipanne dazu geführt, dass das Paar nicht schon 2012 aufgeflogen sei - also Jahre vor dem Tod der beiden Frauen.

Einem Bericht des "Westfalen- Blatts" zufolge wollte das Paar nach Angaben des Anwalts 2012 eine Frau aus Berlin freilassen. Davor habe die Frau schriftlich bestätigen sollen, dass sie freiwillig bei dem Paar in Höxter gelebt habe. Das Paar habe einen Zeugen dafür haben wollen, dass diese Unterschrift freiwillig geleistet werde, und sei mit dem Opfer zu einer Polizeiwache ins niedersächsische Uslar gefahren.

Polizist wollte nicht als Zeuge unterschreiben

"Der Polizist lehnte die Bitte, das Unterschreiben des Briefes zu bezeugen, ab und schickte das Paar fort", zitierte die Zeitung den Rechtsanwalt des 46- jährigen Tatverdächtigen. "Dabei hätten der Inhalt des Schreibens und ein Mindestmaß an polizeilichem Instinkt den Beamten dazu bringen müssen, sich die Frau, deren Unterschrift er bestätigen sollte, einmal anzusehen und sich unter vier Augen mit ihr zu unterhalten", so der Anwalt. "Dann wäre das Paar wahrscheinlich schon 2012 aufgeflogen."

Anika W. (links) starb im August 2014. Susanne F. (rechts) wurde am 21. April zu Tode gefoltert.
Foto: Reinhard Holl
Foto: APA/dpa/Marcel Kusch

Keine Stellungnahme der Mordkommission

Die im Fall Höxter ermittelnde Mordkommission der Polizei Bielefeld wollte sich zu den Vorwürfen des Anwalts nicht äußern. Eine Polizeisprecherin verwies auf Anfrage auf die laufenden Ermittlungen: "Deshalb machen wir dazu keine Angaben."

Das Paar soll in seinem "Horror- Haus" zwei Frauen im Alter von 33 bzw. 41 Jahren so schwer misshandelt haben, dass sie starben. Mindestens vier weitere Frauen sollen in dem Haus ebenfalls misshandelt worden sein und überlebt haben. Die Beschuldigten lernten ihre Opfer über Kontaktanzeigen kennen.

25.05.2016, 14:51
AG/red
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