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25.06.2017 - 01:16
Foto: Reinhard Holl / Video: krone.at

Wir fürchten uns trotz allem nicht!

20.12.2016, 16:55

Die Serie tödlicher Terroranschläge in Europa hat kurz vor dem Heiligen Abend, wie ausführlich berichtet , mitten in der deutschen Bundeshauptstadt einen weiteren traurigen Höhepunkt erreicht. Viele Menschen sind tot, viele verletzt, die seelischen Wunden der Angehörigen werden wohl nie ganz verheilen. Das offizielle Österreich - und nicht nur das - zeigt sich solidarisch und trauert mit Berlin. Doch der Tenor ist eindeutig: Wir fürchten uns nicht!

Manch kluge Worte sind in all der Fassungslosigkeit über den schrecklichen Anschlag in Berlin zu hören. "Das ist Terror gegen die Freiheit", stellte etwa der hochgeachtete deutsche Bundespräsident Joachim Gauck fest. "Das war ein Angriff auf unsere Art zu leben", präzisierte er. Auch die deutsche Kanzlerin Angela Merkel , einmal mehr wegen ihrer offenen Politik im Zentrum der Kritik, sprach einen Satz, für den man ihr nur uneingeschränkt beipflichten kann: "Wir wollen nicht damit leben, dass uns die Angst vor dem Bösen lähmt."

Deuschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel
Foto: AFP/John MacDougall/ Tobias Schwarz
Trauer in Berlin-Charlottenburg - zwölf Menschen fanden durch den Terroranschlag den Tod.
Foto: Reinhard Holl

"Wir können diesem Terror nicht weichen"

Innenminister Wolfgang Sobotka appellierte am Tag nach dem Anschlag an Österreichs Bevölkerung, Ruhe zu bewahren. Er rief dazu auf, sich "vom Terror nicht Gebräuche und Lebensgewohnheiten nehmen" zu lassen. Es werde zwar nie "hundertprozentig gelingen, uns zu schützen" - aber: "Wir können diesem Terror nicht weichen, gerade eine freie und demokratische Gesellschaft muss auch die Kraft haben, dem zu widerstehen."

Sobotka bat die Bevölkerung ausdrücklich darum, Märkte oder Versammlungen "trotzdem zu besuchen". Dennoch: Der Innenminister erklärte, dass "Sorgsamkeit bei uns mehr denn je geboten" sei. Die Sicherheitsmaßnahmen sowie die Einsatzeinheiten von Polizei, Cobra oder Flughafenpolizei würden in verstärkte Alarmbereitschaft versetzt .

Innenminister Wolfgang Sobotka
Foto: APA/Hans Punz

"Tun alles zum Schutz der Österreicher"

Auch Bundeskanzler Christian Kern betonte nach dem "furchtbaren Tag in Berlin, einer Stadt, die uns besonders nahesteht", dass die Regierung alles tun werde, "was in unserer Macht steht, um den Schutz der Österreicher zu gewährleisten".

"Verteidigen unsere Werte und Freiheit"

"Der Anschlag in Berlin richtet sich gegen unsere Lebensweise", erkannte weiters der designierte Bundespräsident Alexander Van der Bellen im Einklang mit der deutschen Kanzlerin. Man werde "die Freiheit unserer Gesellschaft und unsere demokratischen Werte" mit allen rechtsstaatlichen Mitteln verteidigen.

"Hass wird nicht durch Hass besiegt"

"Terror kann nicht der Weg sein", meldete sich schließlich auch Kardinal Christoph Schönborn zu Wort. "Der Weihnachtsfrieden sieht anders aus. Wir sind herausgefordert, zu zeigen, dass die christlichen Werte stärker sind als Gewalt und blindes Morden. Doch Hass wird nicht durch Hass besiegt. Gerade Weihnachten kann uns in dieser Überzeugung stärken", mahnte der Wiener Erzbischof.

Kardinal Christoph Schönborn
Foto: APA/Herbert Pfarrhofer

"Man darf sich nicht einschüchtern lassen"

krone.at hat sich am Dienstag ein weiteres Mal für Sie auf Wiens Straßen umgehört (Video oben). Auch hier wurde klar, dass sich die Österreicher sicher sind: "Man darf sich nicht einschüchtern lassen."

Das meint auch "Krone"- Chefredakteur Klaus Herrmann, wenn er schreibt: "Gerade nach diesem schrecklichen Anschlag wenige Tage vor dem größten Fest des Jahres in unserem christlich geprägten Mitteleuropa, in dem zuletzt manche Gräben sichtbar wurden, eint die Menschen ein Wunsch: Wir wollen unseren Weihnachtsfrieden - ein Frieden, den es mit aller Kraft zu verteidigen gilt."

Stv. Chefredakteur krone.at
Martin Kallinger
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