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02.10.2016 - 00:28
ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz
Foto: APA/GEORG HOCHMUTH

Wie geht es weiter? Sieben Fragen zur ORF- Zukunft

10.08.2016, 16:50

Nach der Wahl des alten neuen Chefs Alexander Wrabetz bleibt der Staatsfunk im Würgegriff der Regierungsparteien. Das wirft einige Fragen zur Zukunft des ORF auf.

1. Wie hoch wird die nächste Gebührenerhöhung ausfallen?

Nach der Wahl ist vor der nächsten Gebührenerhöhung. Dem Staatsfunk fehlen kommendes Jahr Millionen - da ist ein GIS- Plus von 10,5 Prozent aber schon eingepreist! Für die im November geplante Erhöhung hat Wrabetz aber keine Mehrheit im Stiftungsrat. Thomas Zach, der Leiter des ÖVP- "Freundeskreises": "Über den Gebührenantrag reden wir, wenn er auf dem Tisch liegt. Jetzt geht es um Reformen, und da erwarte ich mir rasch Vorschläge des Generaldirektors."

2. Wird das Programm jetzt besser?

Besser? Schlechter? Geschmacksache! Aber die Frage führt unwillkürlich zu Frage eins - hängt alles von den Finanzen ab. Die Pläne des neuen/alten Direktors sind jedenfalls ambitioniert: weniger US- Serien, Ausbau der Information mit einer neuen Infoshow und viel zum Lachen, in Zusammenarbeit mit heimischen Kabarettisten. In ORF 2 sollen noch mehr die Bundesländer eingebunden werden, beispielsweise mit einem Quiz. Auch eine neue Dokureihe, die sich Österreichs zukünftiger Position in Europa widmet, ist in Planung. Mehr Geld soll es auch für ORF III gebe. Für Unmut sorgte schon im Vorfeld die Ankündigung von Wrabetz, dass der Radiosender Ö1 ("eine Perle") reformiert werden soll.

3. Wie wird der neue ORF aussehen?

Offiziell gibt es eine Ausschreibung für die vier Direktorenposten, doch die politischen Begehrlichkeiten sind vielfältig. Die Verlängerungen von Kathrin Zechner (Programm) und Michael Götzhaber (Technik) scheinen fix, wie informierte Kreise berichten, soll eine Frau Richard Grasl als Finanzchef ablösen. An den Spitzen der Landesstudios gibt es offenbar Wechsel in Salzburg und dem Burgenland.

4. Wie geht es mit Grasl weiter?

"Wer mich kennt, weiß, dass ich mich für den ORF bis zum letzten Tag meiner Amtszeit als Kaufmännischer Direktor einsetzen werde", lässt Grasl am Tag nach dem knappen Wahlausgang ausrichten. Wie man hört, ist der 43- Jährige aufgrund seines Konzepts, aber auch seiner Fairness in der Niederlage für höhere Weihen berufen.

Richard Grasl
Foto: ORF/Thomas Ramstorfer

5. Was bedeuten die politischen Farbenspiele für die TV- Berichterstattung?

Ziemlich wenig. An der Berichterstattung und an der Gewichtung der Nachrichtensendungen wird sich wohl nichts ändern, da der alte Chef auch der neue ist. Außerdem meinen Experten, dass die Redaktionen eine starke Position haben und dass die Zeit der Beeinflussung und Intervention im großen Stil vorbei ist. Allerdings: Erst im März hatte ein Solo- Auftritt des damaligen Kanzlers Werner Faymann bei "Im Zentrum" für gewaltigen Wirbel gesorgt.

6. Was bedeutet die rot- grün- pinke Mehrheit für kommende Wahlen?

"Dass Rot, Grün und Pink gut miteinander können, ist keine große Erkenntnis der ORF- Wahl", sagt Politikexperte und Meinungsforscher Peter Hajek. Doch laut aktuellen Umfragen nutzt die Mehrheit im Stiftungsrat den drei Parteien wenig - eine Mehrheit von SPÖ, Grünen und NEOS geht sich derzeit nicht aus. Die Wahl am Küniglberg zeigte jedoch erneut, wie tief die Gräben zwischen SPÖ und ÖVP sind. Der rote Bundesgeschäftsführer Georg Niedermühlbichler jubelte Dienstagnachmittag auf Twitter: "Blau- schwarze Mehrheit hat diesmal nicht gereicht."

7. Bleibt Wrabetz fünf Jahre ORF- Chef?

Die Ankündigung von FPÖ- Stiftungsrat Norbert Steger, dass der neue ORF- Chef ohnehin nur für ein Jahr gewählt wird, weil es im kommenden Jahr Neuwahlen gebe und er im Auftrag der Freiheitlichen an einem neuen Rundfunkgesetz arbeite, hat für gehörige politische Aufregung gesorgt. Generaldirektor Wrabetz gab sich im Interview in der hauseigenen "ZiB 2" auf die Frage von Moderator Armin Wolf betont gelassen: Er rechne weiterhin mit fünf Jahren im Amt.

10.08.2016, 16:50
Kronen Zeitung
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