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05.12.2016 - 18:51
Foto: AFP

Vögel auf Flughäfen beginnen früher zu singen

08.09.2016, 11:41

Nicht nur Menschen leiden unter Fluglärm - auch das Gesangsverhalten von Vögeln wird davon beeinflusst. In Einflugschneisen von Flughäfen singen Vögel nicht nur deutlich früher, manche verstummen bei hohem Lärmpegel sogar ganz, wie das Max- Planck- Institut für Ornithologie im deutschen Seewiesen am Donnerstag berichtete.

Die Wissenschafter untersuchten die Auswirkungen von Fluglärm auf das Gesangsverhalten von zehn Singvogelarten in zwei Waldgebieten am Flughafen Berlin- Tegel, eines davon grenzt unmittelbar an den Flughafen. Dort starten und landen Flugzeuge von sechs Uhr bis 23 Uhr im Mittel im Zweiminutentakt.

Die Forscher fanden heraus, dass sich die Lärmpegel in den beiden Waldgebieten vor dem Start des ersten Flugzeugs nicht unterscheiden. Trotzdem beginnen Rotkehlchen, Amseln, Blaumeisen, Kohlmeisen und Buchfinken in unmittelbarer Nähe des Flughafens fünf bis zehn Minuten früher zu singen als ihre Artgenossen im etwas entfernter gelegenen Tegeler Forst.

Frühe Vögel haben mehr Sex

"Schon kleine Unterschiede beim Beginn des Morgengesangs können zu großen Unterschieden beim Fortpflanzungserfolg der Tiere führen", erklärte Studienleiter Henrik Brumm. Tatsächlich zeigten bereits andere Untersuchungen, dass früher singende Vögel mehr Paarungspartner finden und auch öfter Erfolg beim Fremdgehen haben. Die Forscher gehen davon aus, dass die Vögel ihr Gesangverhalten an den Fluglärm anpassen.

Buchfinken stellen in unmittelbarer Nähe der Landebahnen ihren Gesang völlig ein, wenn der Lärmpegel über 78 Dezibel steigt. "Wenn man bedenkt, dass es jeweils rund 30 Sekunden gedauert hat, bis der Lärm wieder abebbte, geht den Vögeln während des täglichen Flugverkehrs ein Viertel der Zeit verloren, die sie zum Kommunizieren haben", erklärte Brumm. In dem Fall lohne es sich tatsächlich, morgens schon früher damit anzufangen.

08.09.2016, 11:41
AG/red
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