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29.09.2016 - 12:10
Foto: APA/GERT EGGENBERGER (Symbolbild)

Vier Männer nach "Home Invasion" verurteilt

19.09.2016, 19:03

Mit vier Schuldsprüchen und einem Freispruch ist am Montag am Landesgericht Wiener Neustadt ein Prozess um eine "Home Invasion" im niederösterreichischen Bezirk Neunkirchen zu Ende gegangen. Vier teils vorbestrafte Rumänen wurden wegen schweren Raubes bzw. der Beteiligung daran zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Die Staatsanwältin gab keine Erklärung ab, die Entscheidung des Schöffensenats ist nicht rechtskräftig.

Der Erst- und der Viertangeklagte, die im Februar ein älteres Ehepaar im Alter von 88 und 84 Jahren in dessen Haus niedergeschlagen, gefesselt und bestohlen hatten, erhielten acht bzw. achteinhalb Jahre Freiheitsstrafe. Sie hatten sich voll bzw. teilgeständig gezeigt. Zwei Komplizen, die im Auto vor dem Gebäude gewartet hatten, wurden zu je sechs Jahren Haft verurteilt.

Dem Zweitangeklagten hatte die Staatsanwältin vorgeworfen, die anderen vor dem Überfall über die Gegebenheiten informiert zu haben. Der 27- Jährige, der früher bei dem Ehepaar gelegentlich als Gärtner ausgeholfen und bei dem pensionierten Lehrer Deutsch gelernt hatte, wurde freigesprochen. "Die belastenden Aussagen der anderen können so nicht stimmen", sagte die Richterin.

Bargeld und Sparbücher erbeutet

Laut Anklage hatten die Rumänen im Alter von 27 bis 45 Jahren bei dem Raubüberfall knapp 500 Euro Bargeld und Sparbücher mit einer Einlage von insgesamt 48.000 Euro erbeutet. Die Opfer wurden bei dem brutalen Vorgehen verletzt. Der Mann erlitt eine Fraktur des Ellbogens, seine Frau eine blutende Wunde am Handgelenk.

Drei Männer bekannten sich am Montag schuldig, zwei nicht. Das Verfahren gegen einen weiteren Angeklagten (38) war ausgeschieden worden.

Zu Einbruchstour verabredet

Die Gruppe hatte sich, wie einer der Angeklagten eingestand, zu einer Einbruchstour nach Österreich verabredet und reiste gemeinsam im Auto an. Die "Home Invasion" sei aber nicht geplant gewesen - man habe angenommen, dass niemand zu Hause sei, versuchte sich der Erstangeklagte zu rechtfertigen. Die Aussagen der Beschuldigten waren geprägt von Widersprüchen, die wiederholt auf Übersetzungsprobleme geschoben wurden, und "Erinnerungslücken". Der 27- Jährige beteuerte vor Gericht, mit dem Ganzen nichts zu tun gehabt zu haben.

"Passt schon ...", sagte der 88- Jährige im Zeugenstand auf die Frage nach seinem Befinden. Seiner Frau gehe es seit dem Überfall weniger gut, sie habe noch immer Angst. Wenn er etwa im Garten arbeite, müsse er die Haustür zusperren. Der gelegentlich aushelfende 27- Jährige war "tüchtig" und habe bei ihm "überraschend schnell" Deutsch gelernt, sagte der ehemalige Lehrer über den Zweitangeklagten.

Pensionist erkannte Verdächtige vor Gericht nicht wieder

Der rüstige Pensionist konnte sich am Montag nicht darauf festlegen, wer von den Eindringlingen ihn niedergeschlagen hatte. Sie hatten damals Kappen und Dreitagebärte getragen, im Prozess seien sie "geschniegelt und gestriegelt", verwies er auf die optischen Unterschiede zum Februar.

An jenem Nachmittag hatte eine in der Umgebung bekannte "Maurerpartie" die Mauer zum Nachbargrundstück verputzt. Gegen 17 Uhr aß der 88- Jährige dann mit seiner Frau zu Abend, als er durch das Fenster einen Mann länger am Gehsteig stehen sah. Er fragte sich noch, was dieser dort machte, als seine Frau die Tür aufgehen hörte, nachschaute - und niedergeschlagen wurde.

19.09.2016, 19:03
AG/red
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