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04.12.2016 - 19:32
Foto: Ernst Hammerschmid, thinkstockphotos.de

Veränderte Gallensäure hilft bei Entzündungen

12.09.2016, 17:00

Die menschliche Leber ist ein hochaktives Organ. Sie ist gleichsam die "Küche" unseres Körpers und dient unter anderem der Bildung von Eiweißen, der Entgiftung, als Energiespeicher und Reservoir für einige Vitamine. Weiters produziert sie Gallenflüssigkeit, welche in der Gallenblase, die mit der Leber direkt verbunden ist, gespeichert und bei Bedarf für die Fettverdauung im Darm freigesetzt wird.

Eine im Labor entwickelte, chemisch veränderte Gallensäure (nor- Ursodeoxycholsäure), die positive Wirkung auf entzündliche Leber- und Gallengangsveränderungen hat, steht im Mittelpunkt der Forschung von Prof. Michael Trauner an der Medizinischen Universität Wien. "Diese Substanz wurde zuerst im Labor und aktuell in einer großen Studie in ganz Europa an Patienten getestet", so der Wissenschaftler.

Die gelb- braune bis olivgrüne Farbe der Galle kommt durch den Gallefarbstoff (er ist ein Abbauprodukt roter Blutkörperchen, Anm.) zustande. "Galle enthält verschiedene Gallensäuren, die neben ihrer Aufgabe in der Fettverdauung auch hormonähnliche Wirkungen haben. Sie regulieren zum Beispiel den Fett- und Zuckerstoffwechsel in der Leber und hemmen entzündliche Vorgänge", erklärt Trauner.

Aufgrund dieser Stoffwechseleffekte haben Gallensäuren auch auf Volkserkrankungen wie Diabetes, nicht- alkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD) und Arterienverkalkung einen großen Einfluss. Eine abnorme Gallensäurezusammensetzung kann allerdings die Gallengänge schädigen und zur Entstehung einer schweren Lebererkrankung, der primär sklerosierenden Cholangitis  (PSC), beitragen.

Die umfassende Forschungstätigkeit von Michael Trauner trägt maßgeblich dazu bei, die Entstehungsmechanismen von Erkrankungen wie der PSC und NAFLD besser zu verstehen und neue Therapien dafür entwickeln zu können. Kennzeichnend für seine Arbeitsgruppe ist dabei der sogenannte translationale Forschungsansatz, bei dem Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung direkt in neue Therapieansätze beim Menschen "übersetzt" werden.

Die wissenschaftliche Tätigkeit der Arbeitsgruppe wird von unterschiedlichen Organisationen, unter anderem dem Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF), finanziell gefördert.

Zur Person
Michael Trauner, geboren in Linz, studierte Medizin in Graz. Nach einem mehrjährigen Forschungsaufenthalt in den USA an der Yale Universität baute er an der Medizinischen Universität Graz eine international renommierte Forschungsgruppe auf dem Gebiet cholestatischer (Gallestau verursachender) und metabolischer Lebererkrankungen (Fettleber) auf. Seit 2010 ist er Leiter der Klinischen Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie der Universitätsklinik für Innere Medizin III am AKH Wien. Er ist derzeit Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Gastroenterologie und Hepatologie (ÖGGH).

In der Serie "Krone der Wissenschaft" stellen wir Projekte von Spitzenforschern und -forscherinnen in Österreich vor. Ausgewählt werden sie von Prof. Dr. Georg Wick, dem Leiter des Labors für Autoimmunität an der Medizinischen Universität Innsbruck.

12.09.2016, 17:00
Kronen Zeitung/red
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