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01.10.2016 - 12:33
Von Mitterlehner auf Kurz: Kommt es bald zum Wechsel an der ÖVP-Spitze?
Foto: APA/HERBERT NEUBAUER, APA/GEORG HOCHMUTH, APA/ROLAND SCHLAGER

Umsturz in der ÖVP nur noch eine Frage der Zeit

20.08.2016, 16:55

Neue Meinungsumfragen, wie die Parlamentsparteien in der Gunst der Wähler stehen, und da sollten bei der ÖVP die Alarmglocken läuten: Vizekanzler Reinhold Mitterlehner & Co. liegen mit über zehn Prozentpunkten Rückstand abgeschlagen auf Platz drei - und das schon seit vielen Monaten. Politische Beobachter meinen deshalb, dass ein Umsturz in der Volkspartei nur noch eine Frage der Zeit sei.

Gleich zwei aktuelle Umfragen sind - was speziell die ÖVP betrifft - zu ähnlichen Ergebnissen gekommen: Bei Unique research (für "profil") kommt die Mitterlehner- Partei auf 21 Prozent, beim SORA- Institut gar nur auf 18 Prozent.

  • Die Umfrage von Unique research im Detail: FPÖ 33%, SPÖ 26%, ÖVP 21%, Grüne 12% und NEOS 7%.
  • SORA- Umfrage: FPÖ 34%, SPÖ 28%, ÖVP 18%, Grüne 14% und NEOS 4%.

Die Ablöse Faymanns hat der SPÖ genützt

Bei der SORA- Umfrage wurde auch getestet, wie sich der Wechsel von Werner Faymann zu Christian Kern an der Parteispitze auf das Wahlverhalten ausgewirkt hat. Wichtigste Erkenntnis daraus ist, dass Kern verärgerte SPÖ- Sympathisanten anspricht und diese bei der nächsten Wahl "wieder ins Boot holen könnte". Darüber hinaus kann Kern bei einer theoretischen Kanzler- Direktwahl mit 34% (vor Strache mit 19%) punkten. Das hilft auch "seiner" SPÖ, die in der Faymann- Endzeit ähnlich wie jetzt die ÖVP bei 20% "herumgegrundelt" ist.

Kern liegt in einer theoretischen Kanzler-Direktwahl klar vor Strache.
Foto: ASSOCIATED PRESS

ÖVP rinnt politisch in Richtung FPÖ aus

Die SORA- Untersuchung zeigt auch, dass die ÖVP laufend Wähler an die FPÖ verliert - sie rinnt politisch nach rechts aus. Das hat offensichtlich mit dem Unmut vieler ÖVP- Sympathisanten zum Beispiel mit der Registrierkassenpflicht zu tun. Dazu kommt, dass Strache seine Partei auf einen für die Wirtschaft annehmbaren Kurs trimmt und Kontakte zu Unternehmensführern sucht.

Der Name Kurz wird immer wieder genannt

In dieser für die Mitterlehner- ÖVP politisch gefährlichen Phase (die nächste Nationalratswahl ist spätestens in zwei Jahren) wird immer wieder der Name des Senkrechtstarters Sebastian Kurz als möglicher Retter der Partei genannt. Bei der SPÖ löste Christian Kern Werner Faymann als Parteichef und Kanzler ab. In Umfragen wirkte sich das positiv für die SPÖ aus. Ähnliches könnte für die ÖVP ein Umsturz von Mitterlehner zu Kurz bewirken.

Kommentar von Peter Gnam: Wird Kurz das Risiko eingehen?
Vor der Nationalratswahl 1999 hat Wolfgang Schüssel gepokert und versprochen, dass "seine" ÖVP in Opposition gehen würde, sollte sie Platz 3 belegen. Das war dann zwar der Fall, die ÖVP blieb hauchdünn hinter der FPÖ, beide kamen auf etwa 27%, doch dann folgte Schwarz- Blau mit einem Kanzler Schüssel und der FPÖ als Nr. 2.

Wiederholbar ist das aus heutiger Sicht schwer bis gar nicht, denn die ÖVP liegt je nach Meinungsforschungsinstitut derzeit mehr oder weniger deutlich über zehn Prozentpunkte hinter der FPÖ zurück. Bei so einem Vorsprung stellt Strache natürlich den Anspruch auf den Kanzler, und die ÖVP wird das akzeptieren müssen, oder sie lässt es bleiben.

"Retten" kann die ÖVP wahrscheinlich einzig und allein Senkrechtstarter Sebastian Kurz, wobei "retten" vielleicht zu viel gesagt ist. Natürlich würde ein Wechsel Mitterlehner- Kurz ÖVP- Wähler aus dem Schmollwinkel zurückholen. Ob es genügend sein werden, um der ÖVP wieder zu einer Chance auf den Kanzlersessel zu verhelfen, steht in den Sternen.

Manche in der ÖVP sagen, "Ja" zu Kurz und zwar sofort, sonst stürzen wir nur noch weiter ab. Andere wiederum warnen, dass man den gerade erst 30- jährigen Jungstar damit sehr schnell verheizen könnte. Beides hat etwas für sich, und so wird es auf den richtigen Zeitpunkt ankommen, wann das stattfindet. Dass sich nämlich Mitterlehner von seinem Dauertief erholt, ist unwahrscheinlich.

Letzten Endes hat es Kurz in der Hand, zu sagen, "ja, ich will das Risiko eingehen ..."

20.08.2016, 16:55
Kronen Zeitung
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