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23.05.2017 - 15:43
Foto: AP/Mick Tsikas, AP/Alex Brandon

Trump rüpelt gegen australischen Premierminister

02.02.2017, 21:32

Donald Trump ist seinem Ruf als Polit- Rüpel wieder einmal gerecht geworden: Ein Telefonat des US- Präsidenten mit dem australischen Premierminister Malcolm Turnbull verlief am Mittwoch wenig diplomatisch. Trump habe verärgert aufgelegt, als es in dem Gespräch zum Streit über eine Flüchtlingsvereinbarung beider Staaten gekommen sei, berichtete die "Washington Post" am Donnerstag. Inzwischen hat der Milliardär aber eingelenkt.

Trump habe Turnbull vor Abbruch des Telefonats, dass für eine Stunde anberaumt, aber bereits nach 25 Minuten wieder vorbei war, noch mitgeteilt, dass er an diesem Tag mit vier anderen Staatsmännern gesprochen habe - "und dies war mit Abstand der schlimmste Anruf", zitierte die Zeitung eine Äußerung des Präsidenten aus dem Gespräch.

Australiens Premierminister Malcolm Turnbull
Foto: AP

Turnbull verzichtet auf Retourkutsche

Australien ist einer der engsten Verbündeten der USA. Turnbull dementierte die Angaben zum Verlauf des Gesprächs nicht. Auf Nachfrage von Journalisten lehnte er am Donnerstag aber genauere Angaben dazu ab: "Es ist besser, wenn solche Dinge, solche Gespräche, ehrlich und privat geführt werden."

Auch auf die Frage, ob der Umgang mit Trump schwierig sei, antwortete Turnbull nicht. Er habe eine sehr freimütige Diskussion mit dem US- Präsidenten gehabt, sagte Turnbull. Die Beziehungen zwischen beiden Ländern bezeichnete er als grundsolide.

Donald Trump im Oval Office
Foto: AFP

Trump wird "dämlichen Deal" prüfen

Nachdem die "Washington Post" von dem stürmischen Austausch berichtete, meldete sich Trump auch noch via Twitter zu Wort. "Können Sie das glauben?", schrieb er. "Die Obama- Regierung hat eingewilligt, Tausende illegaler Immigranten aus Australien aufzunehmen. Ich werde diesen dämlichen Deal prüfen!"

Trump akzeptiert Flüchtlingsabkommen

Nach Berichten über den Eklat kommen von Trump inzwischen zurückhaltende Signale. Sein Sprecher Sean Spicer erklärte am Donnerstag, der Präsident werde das von der Vorgängerregierung vereinbarte Verfahren aus Respekt vor Australien nicht stoppen. Er sei wegen der Vereinbarung aber "extrem wütend". Die für die USA bestimmten Flüchtlinge würden außerordentlich genau überprüft, sagte Spicer weiter. Trump gefalle das Abkommen nicht.

In dem unter Ex- Präsident Barack Obama geschlossenen Abkommen verpflichten sich die USA, bis zu 1250 Flüchtlinge aufzunehmen, die sich in australischen Lagern in den Pazifikstaaten Papua- Neuguinea und Nauru aufhalten. Im Gegenzug sollen Flüchtlinge aus El Salvador, Guatemala und Honduras nach Australien reisen. Australien geht rigoros gegen Bootsflüchtlinge vor. Sie werden in Lagern auf Inseln festgehalten und haben keine Chance, nach Australien zu gelangen.

Schwieriges Telefonat auch mit Mexikos Präsident

Auch in einem Telefonat Trumps mit Mexikos Präsident Enrique Pena Nieto am vergangenen Freitag soll es hoch hergegangen sein. Der mexikanische Regierungssprecher Eduardo Sanchez widersprach allerdings Medienberichten, wonach Trump gedroht habe, US- Truppen nach Mexiko zu schicken, um "tough Hombres" - also Bösewichte - zu stoppen. Gemeint waren damit Mitglieder von Drogenkartellen.

Redaktion
krone.at
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