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08.12.2016 - 12:13
Künstlerische Darstellung: V Hydrea und seine stellaren "Kanonenkugeln"
Foto: NASA, ESA und A. Feild (STScI)

Stern schießt gigantische Plasmakugeln ins All

11.10.2016, 15:48

Eine höchst ungewöhnliche Entdeckung haben Astronomen mithilfe des NASA/ESA- Weltraumteleskops "Hubble" gemacht. Im Sternbild Wasserschlange entdeckten sie einen Roten Riesen namens V Hydrea, der gewaltige heiße Plasmabälle ins All zu schleudern scheint. Jeder einzelne hat die doppelte Masse des Planeten Mars, ist rund 9400 Grad Celsius heiß, und fliegt - einer Kanonenkugel gleich - von dem Stern weg, berichtet die US- Weltraumbehörde auf ihrer Website.

Nicht nur Masse und Temperatur dieser stellaren "Kanonenkugeln" sind bemerkenswert, auch die Geschwindigkeit, mit der sie durchs Weltall rasen, ist beachtlich. Wie Messungen von Forschern um Raghvendra Sahai am Jet Propulsion Laboratory der NASA in Pasadena (Kalifornien) zeigten, fliegen die gewaltigen Plasmakugeln so schnell, dass sie die Strecke Erde- Mond in nur 30 Minuten schaffen würden.

Stern liegt 1200 Lichtjahre von Erde entfernt

Das Team von Sahai hatte den rund 1200 Lichtjahre von der Erde entfernten Stern V Hydrae und seine Umgebung zwischen 2002 und 2013 mit "Hubble" immer wieder näher unter die Lupe genommen. Die Auswertung der solcherart erhobenen Daten zeigen, dass sich dieses Bombardement regelmäßig alle 8,5 Jahre ereignet und der Rote Riese eigentlich gar nicht die Quelle der superheißen Plasmabälle sein kann.

Das Weltraumteleskop "Hubble" im Erdorbit
Foto: ESA

"Wir wussten aus früheren Daten, dass dieser Stern mit hoher Geschwindigkeit Material ausstößt, aber es ist das erste Mal, dass wir diesen Prozess beobachten konnten", wird Sahai auf der NASA- Website zitiert. Zahlreiche ältere Feuerbälle in der Umgebung von V Hydrae würden zudem zeigen, dass der Stern möglichweise schon seit etwa 400 Jahren immer wieder schubweise solche Plasmakugeln ausgestossen habe, so die Forscher.

Stellares Feuerwerk alle 8,5 Jahre

Die Astronomen nehmen an, dass eigentlich ein hinter V Hydrae verborgener Partnerstern die Quelle für die periodisch wiederkehrenden kosmischen "Kanonenkugeln" ist. Sie vermuten dass dieser Partnerstern den Roten Riesen auf einer elliptischen Bahn umrundet (siehe Illustration) und ihm dabei alle 8,5 Jahre ziemlich nahe kommt. Dann saugt er Material von V Hydrae ab, das sich in einer sogenannten Akkretionsscheiben um ihn ansammelt.

Illustration: V Hydrae und die elliptische Bahn seines Begleiters
Foto: NASA, ESA und A. Feild (STScI)

Alle 8,5 Jahre sorgt schließlich ein Zuviel an Material dafür, dass die Akkretionsscheibe um den Begleiter explosionsartig Plasma wegschleudert. In Form der nun beobachteten gigantischen Feuerbälle, die mit rund 800.000 Stundenkilometern ins Weltall hinausrasen, wo sie langsam abkühlen, berichten die NASA- Wissenschaftler.

11.10.2016, 15:48
wed, krone.at
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