Willkommen
|
Facebook Twitter Google Plus
05.12.2016 - 06:27
Foto: ORF/Thomas Ramstorfer, facebook.com

Shitstorm entlädt sich auf Ingrid Thurnher

20.05.2016, 20:33

Das letzte TV- Duell vor der Bundespräsidentenwahl am Sonntag sorgte in den sozialen Netzwerken für reichlich Zunder. Ziel des Unmuts vieler Internetnutzer: Moderatorin Ingrid Thurnher und ihr Arbeitgeber, der ORF. Sie hatte FPÖ- Kandidat Norbert Hofers Erzählungen infrage gestellt, bei einem Israel- Besuch 2014 im israelischen Parlament empfangen und Augenzeuge eines gerade noch vereitelten Terroraktes am Tempelberg in Jerusalem geworden zu sein. Inzwischen hat es sich als wahr herausgestellt, dass es damals tatsächlich einen Schuss auf eine Frau gab, wenngleich diese keine bewaffnete Terroristin war. Der ORF räumte am Freitag in der "ZiB" erstmals Fehler in den Recherchen ein.

Wie sich mittlerweile - krone.at berichtete  - herausstellte, hatte auch Hofers Israel- Besuch 2014 tatsächlich stattgefunden. Allerdings hatte sich die ganze Angelegenheit nicht genau so zugetragen, wie der FPÖ- Präsidentschaftskandidat sie zuvor in mehreren Interviews geschildert hatte.

Video: ORF

Maschinengewehre und Handgranaten waren entgegen Hofers Erzählung am Tempelberg nicht im Spiel, auch einen offiziellen Empfang in der Knesset dürfte es nicht gegeben haben. Dass Hofer in Israel war und zum fraglichen Zeitpunkt unweit des Tempelberges eine verdächtige Frau angeschossen wurde, gilt mittlerweile aber als gesichert. Unwahr ist, dass die Frau - wie von Hofer bereits am Mittwoch geschildert - erschossen wurde.

ORF gibt Fehler zu

In der "Zeit im Bild" am Freitag gab der ORF dennoch erstmals Fehler in den Recherchen zu. "Wir stehen nicht an, zuzugeben, dass uns Medienberichte über einen Zwischenfall nicht bekannt waren", sagte Moderator Tarek Leitner. In einem Kurzbericht wurde die Causa einmal behandelt. Auch wenn der Zwischenfall von Israel offenbar nicht als Terror klassifiziert wurde, sei "doch nachvollziehbar, dass bei Absperrungen und Schüssen, diese Wahrnehmung entstehen kann", hieß0 es im Bericht des ORF.

Strache übte harsche Kritik am ORF

Einige Beobachter werteten die kritischen Fragen von ORF- Moderatorin Ingrid Thurnher in der Causa am Donnerstagabend als fehlgeschlagenen Versuch, Hofer im Wahlkampf- Endspurt als Lügner bloßzustellen. Wenig überraschend: Einer der heftigsten Kritiker Thurnhers war Hofers Parteiobmann Heinz- Christian Strache . Er schoss sich in mehreren Facebook- Postings auf den ORF und Thurnher ein.

Unter Straches Postings entlud sich sogleich der Unmut seiner fast 350.000 Facebook- Anhänger. ORF- Kritik war in den Reaktionen ebenso vertreten wie Untergriffigkeiten gegenüber Thurnher. Ausdrücke wie "Berufsmanipulatorin" oder "professionelle Tatsachenverdreherin" gehören dabei zu den harmloseren Aussagen.

Kritik am ORF und Thurnher auch auf Hofers Facebook- Seite

Auf der Facebook- Seite von Präsidentschaftskandidat Hofer spielten sich zeitweise ähnliche Dinge ab. Die User kritisierten den ORF und Thurnher.

Foto: Screenshot/Facebook.com/Norbert Hofer
Foto: Screenshot/Facebook.com/Norbert Hofer

FPÖ- Generalsekretär Herbert Kickl distanzierte sich in einer Aussendung von derlei Untergriffigkeiten, mahnte aber ein, dass dem ORF "Fehler passiert" seien. Kickl: Es würde in so einem Fall "Journalisten nicht schlecht anstehen, sich zu entschuldigen". Zudem kritisierte Kickl, er habe die "kritische Recherche mit einem eigenen Korrespondenten im Falle Alexander Van der Bellen" vermisst.

ORF: "Journalistische Leistung war völlig korrekt"

Beim ORF kann man den Shitstorm, den Thurnher auf sich gezogen hat, nicht nachvollziehen. In einer Aussendung erklärt der Sender: "Es ist die Aufgabe von Journalismus, Aussagen von Politikerinnen und Politikern zu hinterfragen. Wenn Politiker etwas behaupten und Recherchen ergeben ein anderes Ergebnis, dann ist es notwendig, den Politiker damit zu konfrontieren." Das habe die Moderatorin in korrekter Weise getan, Hofer habe jede Gelegenheit gehabt, sich dazu zu äußern.

Dass die FPÖ nun auf diversen Social- Media- Kanälen ORF- Moderatorin Ingrid Thurnher desavouiere zeige ein völlig falsches Verständnis von Journalismus, einige der gegen Thurnher gerichteten Postings seien regelrecht widerlich.

Foto: ORF/Thomas Ramstorfer

Der ORF: "Diese Form von Beleidigungen, Verächtlichmachung und Unterstellungen ist einer Parlamentspartei unwürdig und wir lehnen diese Postings zutiefst ab. Zu dem von der FPÖ- Spitze verlangen 'Rücktritt' halten wir fest: Der Redakteursrat steht voll hinter Ingrid Thurnher, sie ist eine der besten Moderatorinnen im ORF."

Armin Wolf nimmt Schuld auf sich

Hinter Thurnher stellte sich auch ihr Kollege Armin Wolf. Der "ZIB 2"- Moderator postete seine Darstellung der Ereignisse ebenfalls auf Facebook. "Wenn schon wer jemanden wegen der Tempelberg- Kontroverse beschimpfen will, dann beschimpfen Sie bitte mich", schrieb Wolf. Und fügte hinzu; "Die Frage an Hofer im TV- Duell beruht auf Recherchen zu seiner Israel- Reise, nur bekamen wir das Polizei- Statement aus Israel nicht mehr rechtzeitig für das Interview in der 'ZiB 2' am Mittwoch:" Deshalb habe Thurnher das Statement im TV- Duell präsentiert und Hofer dazu befragt.

Das komplette ORF- Duell können Sie in der TVthek ansehen! 

20.05.2016, 20:33
krone.at/AG
Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Werbung
Meistgelesen
Meistkommentiert
Werbung
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2016 krone.at | Impressum