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21.01.2017 - 03:32
Foto: Klemens Groh (Symbolbild)

Sexuelle Übergriffe zu Silvester: Weitere Opfer

02.01.2017, 18:39

Nachdem bereits mehrere Frauen bei der Polizei Anzeige wegen sexueller Belästigung in der Silvesternacht erstattet hatten , ist am Montag in Salzburg und in der Steiermark jeweils ein weiterer Fall bekannt geworden. In Innsbruck haben bereits sogar neun Opfer sexuelle Übergriffe gemeldet.

"Jeweils drei Frauen stammen aus Innsbruck bzw. Italien, zwei kamen aus Deutschland und eine aus der Schweiz", sagte ein Tiroler Ermittler. Die Frauen waren von einer Gruppe Männern im Bereich des Marktplatzes in Innsbruck bedrängt und sexuell belästigt worden. Die Ermittlungen laufen.

"Wir haben Videomaterial angefordert, es aber noch nicht bekommen", erklärte der Beamte. Der Veranstalter selbst habe Videos angefertigt. Ob darauf die Übergriffe zu sehen sind, müsse sich erst weisen. Denn wahrscheinlich sei das Feuerwerk im Fokus der Aufnahmen gestanden.

Die Männer sollen alle südländischen Typs und unter 30 Jahre alt gewesen sein. Laut den Angaben der Opfer waren sie schwarzhaarig und trugen teilweise Bärte. Einer der Täter soll einen ausgeschlagenen Zahn gehabt haben, so der Ermittler: "Wir haben eine Person überprüft, auf die die Beschreibung passt. Er wurde aber von den Opfern nicht wiedererkannt", sagte der Polizist.

Zwei Opfer knipsten Fotos von Männern

Zwei der Frauen hatten mit ihren Handys Fotos von zwei Männern angefertigt, die sie bedrängt haben sollen. Die Qualität der Aufnahmen sei aber wegen der Dunkelheit zur Tatzeit naturgemäß schlecht. Die Polizisten hätten am Neujahrstag noch alle Opfer befragt, ehe diese die Heimreise antraten.

"Wir gehen davon aus, dass es sich bei den Übergriffen immer um dieselbe Tätergruppe gehandelt hat", erklärte der Ermittler: "Die Übergriffe hatten jedenfalls System". Dabei seien die Opfer zunächst immer angetanzt bzw. von ihrer Gruppe getrennt worden. Zudem wurde das Gros der Übergriffe zwischen 23.30 und 1.30 Uhr im Bereich des Marktplatzes verübt. Also gerade zu jener Zeit, als der Tumult am größten war.

Grazerin auf dem Nachhauseweg belästigt

Auch in Graz wurde am Montag ein weiterer Fall von sexueller Belästigung bekannt. Eine 26- Jährige war nach den Silvesterfeierlichkeiten auf dem Nachhauseweg, als sie gegen 1.30 Uhr auf zwei Männer - laut ihren Angaben vermutlich ausländischer Herkunft - traf. Einer der beiden griff der jungen Grazerin auf den Po, während der andere ihr in den Intimbereich fasste. Das Opfer konnte sich jedoch losreißen und in Richtung Opernring davonlaufen.

Beide Täter seien zwischen 25 und 35 Jahre alt und etwa 1,80 Meter groß gewesen, so die 26- Jährige gegenüber der Polizei. Beide hatten dunkle Haare, einer einen Vollbart, der andere einen Dreitagebart.

Afghane betatschte 31- Jährige in Salzburg

Wie ebenfalls erst am Montag publik wurde, kam es in der Silvesternacht am Salzburger Residenzplatz im Gedränge zu einem weiteren sexuellen Übergriff. Eine 31- jährige Deutsche wurde von einem 18- jährigen Asylwerber aus Afghanistan im Getümmel im Intimbereich betatscht. Der Bursche versuchte auch, die Frau immer wieder zu küssen. Freunde der 31- Jährigen konnten den aufdringlichen Verdächtigen laut Polizei aber von weiteren Handlungen abhalten.

Beamte hielten den stark alkoholisierten Burschen schließlich an. Bei der Vernehmung zeigte er laut Exekutive jedoch "desorientiertes Verhalten", sodass er zunächst mit der Rettung in die Klinik gebracht wurde. Nach stationärer Betreuung wurde er in die Justizanstalt eingeliefert. Die Ermittlungen sind im Gange.

Zahl der Anzeigen steigt

Neben den am Montag bekannt gewordenen Fällen verzeichneten die Einsatzkräfte in Wien in der Silvesternacht bislang drei Anzeigen wegen sexueller Belästigung. In Salzburg wurden drei Fälle zur Anzeige gebracht - einer stammte von einer 16- Jährigen, die von einem Taxler laut ihren Angaben an den Beinen berührt wurde. Der Berufschauffeur gab in der Vernehmung jedoch an, dass es Differenzen wegen des Fuhrlohnes gegeben habe, da die stark alkoholisierte Jugendliche zu wenig Geld bei sich hatte.

Redaktion
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